Covid-19 Medikamentenforschung

Coronavirus: Kann Ebola-Medikament helfen?

05. Mar 2020

Bisher gibt es keine ursächliche Therapie gegen das neuartige Coronavirus und die dadurch ausgelöste Lungenkrankheit COVID-19. In den USA startete jetzt eine klinische Studie, die die Sicherheit und Wirksamkeit des antiviralen Wirkstoffs Remdesivir bei infizierten Erwachsenen untersucht. Das berichten die National Institutes of Health (NIH), eine Behörde des US-Gesundheitsministeriums.

Grafik eines Virus.

Bisher gibt es keine ursächliche Behandlung für das neuartige Coronavirus. ©artenegorov - Fotolia.com

Remdesivir ist ein sogenanntes Virustatikum, das ursprünglich zum Einsatz gegen Ebola-Infektionen entwickelt wurde. Der Wirkstoff verhindert, dass sich das Virus in den Körperzellen vermehren kann. In Tests bei Infizierten mit Ebola-Virus und Infektionen mit MERS und SARS-Coronaviren am Tiermodell hat sich das Präparat bereits als vielversprechend erwiesen. Die Forschenden hoffen daher, dass es auch beim neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 eine Therapieoption sein könnte.

Um dies zu testen startete in den USA jetzt eine klinische Studie mit Menschen, die sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Die Wirkung von Remdesivir wird also mit einem wirkstoffreien Placebo verglichen, zudem werden die Studienteilnehmenden die in Frage kommenden Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer nach dem Zufallsprinzip entweder der Behandlungsgruppe oder der Placebo-Gruppe zugeordnet. Bis zum Ende der Studie, im April 2023, sollen 394 Personen aufgenommen werden.

Um an der Studie teilzunehmen, muss eine SARS-CoV-2-Infektion eindeutig nachgewiesen, und die Lunge durch die Krankheit betroffen sein. Alle potenziellen Teilnehmenden werden vor der Behandlung einer grundlegenden körperlichen Untersuchung unterzogen. Die Studie ist doppelblind, dies bedeutet, dass weder die Prüfer noch die Teilnehmer wissen, wer Remedesivir oder das Placebo erhält. Die Personen in der Behandlungsgruppe erhalten am ersten Tag nach Aufnahme in die Studie 200 Milligramm (mg) Remdesivir intravenös und für die Dauer des Krankenhausaufenthaltes weitere 100 mg pro Tag, insgesamt bis zu 10 Tage. Die Placebogruppe erhält eine Lösung in gleicher Menge, die Remidesivir ähnelt, aber nur wirkungslose Bestandteile enthält.

Im Folgenden werden die Ärzte und Ärztinnen den Krankheitsverlauf anhand definierter Untersuchungen weiterverfolgen und zwischen den Gruppen vergleichen, um festzustellen, ob Remdesivir den klinischen Nutzen im Vergleich zu Placebo erhöht.

Nach Angaben der NIH laufen derzeit auch in China klinische Studien mit Remdesivir. Wann erste Ergebnisse zu den Studien veröffentlicht werden, ist noch nicht klar.

Quellen:

National Institutes of Health: NIH clinical trial of remdesivir to treat COVID-19 begins. Pressemitteilung vom 25. Februar 2020

ClinicalTrials.gov: Adaptive COVID-19 Treatment Trial - NCT04280705. 


zum Seitenanfang
Druckversion