SARS-CoV-2/COVID-19 und Asthma

Coronavirus: „Asthma-Medikamente wie gewohnt einnehmen“

19. Mar 2020

Die aktuelle Coronavirus-Pandemie erzeugt momentan einige Unsicherheit darüber, ob Medikamente wie Cortison, die das Immunsystem herunter regulieren, weiter eingenommen werden sollten. Für die Asthma-Therapie haben drei Fachgesellschaften nun eine gemeinsame Erklärung herausgegeben. Nach dieser sollen Menschen mit Asthma bronchiale ihre Medikamente unverändert einnehmen.

Coronavirus und Asthma: Sollte die Therapie geändert werden? © Creativa Immages - Fotolia.com

Cortison-Spray (inhalierbare Kortikosteroide (ICS)) ist zentraler Bestandteil der Asthma-Behandlung, denn es wirkt antientzündlich und dämpft die körpereigene Abwehr, hat also einen immunsuppressiven Effekt. Mit Hintergrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie machen sich Menschen mit Asthma aktuell Gedanken darüber, ob sie durch ihre Krankheit oder die notwendigen Medikamente ein erhöhtes Risiko einer Ansteckung oder eines schweren Krankheitsverlaufs haben. Grund hierfür sind auch einige Stimmen, die sagen, dass Medikamente, die das Immunsystem herunter regulieren, die Ansteckungsgefahr erhöhen könnten. Dieser Zusammenhang ist jedoch bislang nicht wissenschaftlich belegt.

Führende Fachgesellschaften haben jetzt darauf reagiert und eine gemeinsame Empfehlung veröffentlicht. Eine angemessene und auf die individuellen Bedürfnisse angepasste Inhalationstherapie bei Asthma sollte unbedingt fortgeführt werden, raten die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie und die Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin. Dies gelte insbesondere auch für eine Therapie mit Cortison-Spray.

„Risiko der Ansteckung beim Arzt oder im Krankenhaus ist größer.“

Durch ein plötzliches Absetzen der Medikamente oder eine Änderung der Therapie könne sich das Asthma laut den Experten so sehr verschlechtern, dass (ansonsten unnötige) Arztbesuche oder sogar Krankenhaus-Aufenthalte erforderlich wären. Das Risiko dort mit COVID-19-Patietinnen und Patienten in Kontakt zu kommen und sich anzustecken, sei für Menschen mit Asthma wesentlich größer, als ein mögliches, bislang jedoch unbelegtes Risiko, sich durch die Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten wie Cortison schneller mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken, so die Lungenexperten.

Des Weiteren sollten Menschen mit Asthma natürlich alle vom Robert Koch-Institut empfohlenen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen, einschließlich der Meidung von Sozialkontakten, befolgen.

Weitere Informationen und Links rund um das neuartige Coronavirus finden Sie hier: SARS-CoV-2/COVID-19

Quelle:

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie und der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin vom 16. März 2020: Asthma und COVID-19: Therapie unverändert fortführen. (PDF)


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