Schwanger und Asthma

Asthmaanfälle in der Schwangerschaft schaden auch dem Kind

30. Jan 2020

Haben Frauen mit Asthma während der Schwangerschaft Asthmaanfälle, kann dies auch die Gesundheit des Kindes negativ beeinflussen. Und das sogar bis ins Vorschulalter hinein. Zu diesem Ergebnis kommt eine große Bevölkerungsstudie aus Kanada.

Frauen-Hände halten Baby-Füße

Eine gute Asthmakontrolle ist in der Schwangerschaft besonders wichtig. © Romo Tavani - Fotolia.com

Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung, die während einer Schwangerschaft auftritt. Weltweit haben etwa 8 bis 13 Prozent aller schwangeren Frauen Asthma bronchiale. Studien zeigen zudem, dass 4 von 10 Frauen ihre Asthma-Medikamente während der Schwangerschaft verringern oder sogar ganz absetzen, aus Angst, sie könnten ihrem Kind schaden. Dass aber sogar das Gegenteil der Fall ist, zeigt eine große Bevölkerungsstudie, die im European Respiratory Journal veröffentlicht wurde.

Darin wurde untersucht, wie sich Asthmaexazerbationen (akute Verschlechterungen der Erkrankung) auf die Gesundheit der Mutter und des Kindes auswirken. Über 100.000 Einlingsschwangerschaften von Müttern mit Asthma wurden hierfür ausgewertet. Die Gesundheit der Kinder wurde zudem bis zu einem Alter von fünf Jahren nachverfolgt.

Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und frühkindliche Atemwegserkrankungen erhöht

Bei 4455 Schwangerschaften traten Asthmaexazerbationen auf. Ältere Frauen und Frauen, die rauchten waren statistisch häufiger davon betroffen. Beim Vergleich mit Frauen, die keine akute Verschlechterung des Asthmas während der Schwangerschaft erlitten, zeigte sich, dass Asthmaexazerbationen die Wahrscheinlichkeit für die Schwangerschaftskomplikationen Bluthochdruck und Präeklampsie bei den Müttern erhöht, unabhängig von anderen Einflussfaktoren.

Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft eine Exazerbation erlitten, hatten zudem häufiger ein geringeres Geburtsgewicht (6,8 gegenüber 5,3 Prozent), kamen statistisch öfter zu früh auf die Welt (8,2 gegenüber 6,7 Prozent) und auch die Zahl angeborener Fehlbildungen war bei diesen Kindern erhöht (6,2 gegenüber 5 Prozent). Während der ersten fünf Lebensjahre hatten sie zudem ein erhöhtes Risiko, an Asthma oder einer Lungenentzündung zu erkranken (23 bzw. 12 Prozent höher). Alle Ergebnisse waren unabhängig vom Alter und dem Rauchverhalten der Mütter.

Das Fazit der Studienautoren: Ihre Resultate stützen Ergebnisse vorangegangener Studien und machen deutlich, wie wichtig eine gute Asthmakontrolle während der Schwangerschaft ist. Sowohl für die Mutter als auch für das Kind.

Beim Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München finden Sie weitere Informationen zum Thema Asthma in der Schwangerschaft. 

Quelle:

Kawsari, A. et al.: Effect of asthma exacerbation during pregnancy in women with asthma: A population-based cohort study. In: European Respiratory Journal, 2019; DOI: 10.1183/13993003.01335-2019


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