Allergische Rhinitis

Allergietest per Nasenabstrich?

07. May 2020

Allergie-Antikörper sind im Nasensekret nachweisbar und das in so großer Menge, dass eine Allergie-Diagnose möglich ist. Das ist das Ergebnis einer Studie, die Forschende des Helmholtz Zentrums München und der Technischen Universität München gerade veröffentlicht haben. Blutentnahmen und unangenehme Hauttests könnten so vielleicht in nicht allzu ferner Zukunft der Vergangenheit angehören.

Frau, die sich die Nase putzt.

Reicht für die Allergie-Diagnostik bald ein Nasenabstrich? ©djoronimo - Fotolia.com

Das Wissenschaftsteam analysierte für ihre Studie Proben des Nasensekrets mit Hilfe der Biochip-Technologie – einer Methode, die eigentlich für Blutproben entwickelt wurde. Mit dieser ist es seit einiger Zeit möglich, mit nur einer sehr kleinen Blutmenge die Konzentration der Antikörper gegen 112 Allergene gleichzeitig zu bestimmen.

Es untersuchte jeweils das Blut und auch den Nasenabstrich der Studienteilnehmenden mit dieser molekularen Diagnosetechnologie und bestimmten dabei die Konzentration der Allergie-Antikörper vom Typ Immunglobulin-E (IgE). Diese Antikörper spielen eine zentrale Rolle bei bestimmten allergischen Reaktionen, unter anderem bei allergischer Rhinitis und bei allergischem Asthma.

Die Forschenden untersuchten sowohl Personen mit als auch ohne Sensibilisierung gegenüber den gängigsten Allergenen aus der Luft, darunter

  • die Ausscheidungen der Hausstaubmilbe,
  • Gräserpollen sowie
  • Birken-, Haselnuss- und Erlenpollen.

Das Ergebnis: Der Test lieferte sowohl mit Blut als auch mit Nasensekret ähnliche Ergebnisse. In beiden Proben konnten die Forschenden die gleichen Sensibilisierungsmuster nachweisen – also dieselben Stoffe, für die der Körper bereits eine Immunantwort entwickelt hatte. Und das für alle untersuchten Allergene aus der Luft.

Sanfte Methode als Alternative zu Haut- und Bluttest?

Um Heuschnupfen oder andere Formen des allergischen Schnupfens (allergische Rhinitis) nachzuweisen, werden bisher meist Bluttests oder sogenannte Pricktests eingesetzt.  Da die Allergene beim Pricktest auf die Haut aufgebracht und diese dann mit einer feinen Nadel oberflächlich verletzt wird, empfinden viele Menschen diesen Test als eher unangenehm. Auch die Blutentnahme ist in so manchem Fall – vor allem bei Kindern – nicht die beliebteste Methode.

Die neue, eher sanfte Diagnosemöglichkeit könnte hier Abhilfe schaffen, hoffen die Forschenden. Sie vermuten außerdem, dass im Nasensekret auch allergenspezifische Antikörper nachgewiesen werden können, die im Blut nicht messbar sind. Dies wollen sie jetzt in weiteren Studien prüfen.

Mehr Informationen zu Allergien finden Sie beim Allergieinformationsdienst vom Helmholtz Zentrum München.

Quellen:

Technische Universität München:  Allergietest mit Nasenabstrich: Allergie-Antikörper im Nasensekret nachweisbar. Pressemeldung vom 17.04.2020 

Gökkaya M et al.: Nasal specific IgE correlates to serum specific IgE: First steps towards nasal molecular allergy diagnostic. In: Allergy, 2020 DOI: 10.1111/all.14228.


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