Therapie

Wie bei anderen Typ A-Viren können Neuraminidase-Hemmer eingesetzt werden. Amantadin dagegen ist wirkungslos, da A/H1N1 dagegen immun ist. Die Neuraminidase-Hemmer Tamiflu und Relenza müssen aber innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden. Diese Medikamente können auch Nebenwirkungen haben. Bei Anzeichen einer bakteriellen Superinfektion ist ein Antibiotikum nötig.

 

GUT ZU WISSEN:

Die Impfung gegen Schweinegrippe kann auch Nebenwirkungen haben. Eine Auflistung der möglichen Nebenwirkungen bei Schweinegrippe-Impfstoffen verschiedener Hersteller finden Sie hier

Gibt es eine Impfung?

Es gibt einen Impfstoff gegen die Schweinegrippe. Allerdings wird dieser wegen möglicher Nebenwirkungen durch sogenannte Wirkungsverstärker kontrovers diskutiert. Sowohl das Robert Koch-Institut, als auch das Paul-Ehrlich-Institut halten ihn allerdings für sicher. Für die Wintersaison 2010/2011 wurde ein gemischter Impfstoff verwendet. Er stellt eine Kombination aus den inzwischen seltener auftretenden Virus-Typen A/H3N2 und Viren vom Typ B sowie der aktuellen Variante des Schweinegrippe-Erregers H1N1 dar. Der Körper benötigt etwa 14 Tage, um einen ausreichenden Schutz aufzubauen. Die Höhe der Impfwirkung hängt davon ab, wie groß die Übereinstimmung zwischen Viren und Impfstoff ist. Auch das Alter, der Gesundheitszustand und der Body-Mass-Index (BMI = Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Meter) der zu impfenden Person spielen eine wichtige Rolle. Die Schutzdauer einer Impfung beträgt sechs Monate bis ein Jahr.

Wie entstehen neue Grippevirus-Varianten?

Der Impfstoff wird jedes Jahr an die aktuell grassierenden Virusvarianten angepasst. Das Grippevirus ist nämlich ein genialer Trickser: Sein Erbmaterial ist sehr wandlungsfähig. Es verändert ständig seine Hülle und schleicht sich so am Immunsystem vorbei. Wenn minimale Veränderungen in den Genen, die die Bauanleitung für die Rezeptoren liefern, auftreten (Antigendrift), unterscheiden sich die neuen Rezeptoren etwas von den alten. Das Immunsystem muss dann erst die passenden Antikörper bilden. Werden ganze Gene (Antigenshift) zwischen verschiedenen Grippestämmen (nur bei Typ A-Viren möglich) ausgetauscht, entstehen ganz neue Grippevirus-Varianten. Da die „Neuen“ dem Immunsystem völlig fremd sind, können sie dem Menschen sehr gefährlich werden.

 

Wer sollte sich impfen lassen?

Grundsätzlich kann sich ein Jeder, außer Babys im Alter von weniger als sechs Monaten, gegen die Schweinegrippe impfen lassen. Es gibt jedoch Personengruppen, denen ganz besonders zu einer Schutzimpfung geraten wird: Personen ab 60 Jahre, Menschen, die in Pflegeheimen oder Langzeitpflegeeinrichtungen leben, medizinisches Personal und Betreuer von Kindern unter fünf Jahren  sowie Personen jeden Alters mit bestimmten chronischen Erkrankungen wie z.B. chronische Bronchitis, Lebererkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenfunktionsstörungen und angeborene oder erworbene Immunschwäche oder Asthma. Chronisch kranke Menschen erkranken aufgrund ihrer geschwächten körpereigenen Abwehr schwerer und leiden häufiger als gesunde Menschen unter Komplikationen einer Grippe wie schwere Bronchitis, Lungenentzündungen, Herzinfarkt, oder gar Schlaganfall.

Inzwischen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Schutzimpfung auch allen Patienten mit neurologischen Grundkrankheiten sowie Schwangeren. Darüber hinaus rät sie gesundheitlich gefährdeten Säuglingen, Kindern und Erwachsenen sowie bei Personen über 60 Jahren zur zusätzlichen Impfung gegen Pneumokokken, um eine bakterielle Lungenentzündung zu verhindern, die durch die Infektion mit Influenzaviren begünstigt wird.



Schweinegrippe-Imfpstoff Pandemrix: Nicht für Kinder und Jugendliche

2011 hat die Europäische Arzneimittelbehörde EMA bekanntgegeben, dass der Schweinegrippe-Impfstoff Pandemrix bei Personen unter 20 Jahren nicht mehr eingesetzt werden darf. Hintergrund sind Beobachtungen, dass Kinder nach der Schweinegrippe-Impfung häufiger an der als Narkolepsie bezeichneten Schlafkrankheit erkrankten. Hier erfahren Sie mehr zu Pandemrix bei Kindern und Jugendlichen.

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