Forschungsansätze

Lange Zeit war die Forschung darauf ausgerichtet, das SARS-Virus identifizieren zu können. Inzwischen wird nach Schwachstellen im Virus gesucht, die mit Medikamenten angegriffen werden können. Außerdem wird am Universitätsklinikum Bonn, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), versucht zu ergründen, wie die Erreger den Sprung über die Artengrenze Fledermaus - Mensch schaffen. Untersucht wird unter anderem auch, wie der SARS-Erreger in den Fledermäusen überleben kann, ohne dass deren Immunsystem sie vernichtet. Ziel ist es dabei, dem Virus die Lebensgrundlage zu entziehen. 

Neues Verfahren stoppt Virenvermehrung

Wissenschaftler der Universität Bonn und des Max von Pettenkofer-Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität  (LMU) in München konnten zeigen, dass nicht nur chinesische, sondern auch europäische Fledermäuse den SARS-Erreger tragen. Dieselben Forscher haben zudem eine neuartige Strategie gegen SARS und einige andere Viruserkrankungen entwickelt: Die Viren nutzen bestimmte Proteine ihrer Wirtszellen, um sich zu vermehren. Diese Proteine sind Teil von Signalkette in der Wirtszelle. Mit einem automatischen Hochdurchsatzverfahren haben die Wissenschaftler systematisch verschiedene Wirtsprotein-Viren-Kombinationen als potenzielle Ansatzpunkte für Hemmstoffe getestet. So konnten sie ein Wirtsprotein identifizieren, an welches Proteine des SARS-Erregers für die eigene Vermehrung andocken. Den zugehörigen Signalweg verwendet nicht nur das SARS-Virus, sondern noch eine Reihe verwandter Viren für ihre Vermehrung. Wird dieses Wirtsprotein blockiert, ist der Signalweg unterbrochen und die Viren können sich nicht mehr vermehren. Die Wirtszelle selbst bleibt unbeschadet, weil sie die ausgefallenen Signalkette ausgleichen kann. Aufgrund der möglichen Wirksamkeit gegen mehrere Virusarten handelt es sich um einen Breitbandansatz. Versuche mit Zellkulturen von Mensch und Tier waren erfolgreich. Weitere Untersuchungen müssen nun zeigen, ob die Ergebnisse beim Menschen therapeutisch verwertbar sind.

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Quellen:

Letzte Aktualisierung:

05.08.16

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