Was ist das RS-Virus?

Das Respiratorische Syncytial-Virus (kurz RS-Virus) ist bei Säuglingen und Kleinkindern bis zum Alter von drei Jahren weltweit der häufigste Auslöser von akuten Atemwegsinfektionen. In den ersten drei Lebensmonaten können diese besonders schwer verlaufen. Grundsätzlich können Infektionen mit RS-Viren, die vor allem in den Wintermonaten und im Frühjahr gehäuft vorkommen (Oktober/November bis März/April), jeden treffen.

Während ältere Kinder und Erwachsene in aller Regel nur leichte, erkältungsähnliche Symptome entwickeln, greifen RSV-Infektionen in den ersten Lebensmonaten leicht von den oberen auf die unteren Atemwege über. Da die Atemwege von Säuglingen relativ eng sind, werden ihre Bronchiolen und ihr Lungengewebe bei RSV-Infektionen besonders in Mitleidenschaft gezogen. Es kommt zur Entzündung der kleinen Endäste des Bronchialbaums (Bronchiolitis) und zur Lungenentzündung. Auf Grund von physiologischen Veränderungen – wie etwa der zunehmenden Größe der unteren Atemwege – nimmt diese Gefahr mit zunehmendem Lebensalter ab.

Die RS-Viren gehören zur selben Virenfamilie (Paramyxoviridae) wie jene Erreger, die auch Masern oder Mumps hervorrufen. Der Erreger ist weltweit verbreitet. Die Übertragung erfolgt vor allem durch Tröpfcheninfektion von einer infektiösen Person auf eine andere Person oder indirekt über kontaminierte Hände, Gegenstände oder Oberflächen. Die Zeit von der Infektion bis zum Auftreten erster Symptome beträgt in der Regel zwei bis acht Tage.

Das Virus besitzt eine doppelschichtige Lipidhülle, die mit der Zellmembran der Wirtshülle verschmelzen kann. Auf diesem Weg wird das genetische Material des Virus in die Lungenepithelzelle eingeschleust. Spezielle Eiweiße der Virusmembran führen darüber hinaus zum Verschmelzen benachbarter Zellen des Lungengewebes und damit zur Bildung von Riesenzellen mit mehreren Zellkernen (sogenannten Syncytien). Abgestorbene Zellen, einwandernde Zellen des Immunsystems und Schleim verstopfen die Bronchien. Im Verlauf von 4-8 Wochen regenerieren sich die geschädigten Hautzellen jedoch wieder.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Robert Koch Institut (RKI): Respiratorische Synzytial-Viren-Infektionen (RSV) - RKI-Ratgeber für Ärzte. (letzter Abruf 28.09.2016)

Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) et al (2012).: Leitlinie zur Prophylaxe von schweren Erkrankungen durch Respiratory Syncytial Virus (RSV) bei Risikokindern. (pdf) (letzter Abruf 28.09.2016)

Liese, J. G.: Epidemiologie und Prävention der RSV-Infektion bei Säuglingen und Kleinkindern. In: Hauner Journal (letzter Abruf 28.09.2016)

Ohuma, E.O. et al.: The Natural History of Respiratory Syncytial Virus in a Birth Cohort: The Influence of Age and Previous Infection on Reinfection and Disease. In: American Journal of Epidemiology, 2012, 176(9), S. 794-802 (letzter Abruf 28.09.2016)

University of Warwick: RSV study shows potential for vaccine strategies to protect babies. - Pressemitteilung vom 15. November 2012 (letzter Abruf 28.09.2016)

Letzte Aktualisierung:

28.09.16

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