Wird zu Erkältungen geforscht?

Auch wenn Erkältungen kaum ernsthafte Komplikationen nach sich ziehen, so ist doch fast jeder – manchmal mehrfach im Laufe eines Jahres -  von ihnen betroffen. Durch Arbeitsausfall  verursachen sie daher große wirtschaftliche Schäden. Es wäre wünschenswert, ein gutes Gegenmittel zu haben. Die spezifische Bekämpfung der Viren ist allerdings nur dann möglich, wenn sie schnell erkannt werden. Das scheitert oft schon an der großen Vielfalt der Erreger. Obgleich verschiedene antivirale Medikamente in der Entwicklung und Impfungen denkbar sind, gibt es bisher noch keine Möglichkeit, eine Erkältungskrankheit ganz zu vermeiden.

 

Mäuse mit Schnupfen

Die Erforschung der Rhinoviren, die meistens für Erkältungssymptome verantwortlich sind, ist schwierig. Die Viren vermehren sich nämlich nur in Menschen und Schimpansen gut. Britische Forscher des Imperial College in London züchteten deshalb eine Maus, die Schnupfen bekommen kann. Dadurch schufen sie einen Modellorganismus, an dem die Rhinoviren besser erforschbar sind. Mit diesem Modellorganismus ist überprüfbar, welche Hausmittel wirklich die Rhinovirenlast reduzieren können. Außerdem können Forscher testen, welche neuartigen Anti-Virenmittel gezielt gegen die Erreger in der Nasenschleimhaut wirken.

Suche nach neuen Erregern

Auch wenn schon viele Viren und einige Bakterien identifiziert wurden, die eine Erkältung auslösen, ist etwa bei einem Viertel der Erkrankungen nicht klar, wer sie verursacht. Mit immer neuen Analysemethoden wird nach neuen Erregern gesucht, um spezifische Ansätze zur Bekämpfung zu entwickeln. 2001 wurde von niederländischen Forschern des Erasmus Medical Center in Rotterdam ein neuer Erreger entdeckt, das humane Metapneumovirus. Dieses Virus aus der Familie der Paramyxoviren ähnelt in seiner Symptomatik den RS-Viren, die besonders bei Kleinkindern Infekte der oberen Atemwege auslösen.

Wenig Schlaf macht Menschen deutlich anfälliger für Erkältungen

In einer Studie steigerte ein Schlafdefizit das Risiko für Schnupfen um gut das Vierfache. US-Forscher der University of California hatten 164 Erwachsene untersucht und zu ihrem Lebensstil befragt sowie eine Woche lang mit Sensoren den Schlaf der Probanden gemessen. Im nächsten Schritt infizierten sie die Teilnehmer mit Erkältungsviren. Diese wurden in einem Hotel isoliert. In der folgenden Woche nahmen sie täglich eine Probe Nasenschleim: Wer weniger als sechs Stunden pro Nacht schlief, war 4,2 Mal so anfällig für eine Erkältung wie jemand mit mindestens sieben Stunden Schlaf. Wer weniger als fünf Stunden schlief, war sogar 4,5 Mal stärker gefährdet. Der Einfluss von Alter, Ernährung, Stress oder Rauchen auf das Erkältungsrisiko war nicht so stark wie der der Schlafmenge.

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Quellen:

  • van den Hoogen, B. G. et al. (2001): A newly discovered human pneumovirus isolated from young children with respiratory tract disease. In: Nature Medicine 7, 719 - 724 doi:10.1038/89098
  • Heikkinen T. et al (2003): The common cold. In: The Lancet; Volume 361, Issue 9351, 51-59 
  • Koelsch, S. et al. (2007): Anti-Rhinovirus-specific Activity of the Alpha-sympathomimetic Oxymetazoline. In: Arzneimittelforschung (Drug Research); 57(7): 475-482
  • University of California San Francisco: Short sleepers are four times more likely to catch a cold. Presseartikel vom 31. August 2015 (Letzter Abruf: 04.08.2016)

Letzte Aktualisierung:

04.08.16

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