Was ist eine Bronchitis?

Bei einer Bronchitis handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut in den unteren Atemwegen, genauer gesagt den Bronchien. Generell unterscheidet man zwei Formen, die sich in Schwere und Dauer unterscheiden:

  • die akute Bronchitis, die plötzlich auftritt und
  • die chronische, also dauerhafte Bronchitis

Akute Bronchitis

Bei der akuten Bronchitis sind die Schleimhäute der Bronchien akut entzündet. Auslöser der Entzündung sind in über 90 Prozent der Fälle Viren, nur selten Bakterien.

Folgende Viren, sind häufig Auslöser der akuten Bronchitis

  • Adenoviren,
  • Rhinoviren,
  • Parainfluenzaviren,
  • Coronaviren,
  • RS-Virus (RSV),
  • Coxsackieviren

Die akute Bronchitis tritt auch gemeinsam mit Kehlkopfentzündungen und Entzündungen der Luftröhre auf. Es kann zu einer Sekundärinfektion mit Bakterien kommen.

Akute Bronchitis: Symptome und Dauer

Typisches Symptom einer akuten Bronchitis ist Husten mit Auswurf. Weitere Bronchitis-Symptome sind:

  • Fieber
  • Halsschmerzen,
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Schnupfen

Kurz erklärt:

Viren sind die Hauptursache für eine akute Bronchitis. Eine chronische Bronchitis entsteht häufig als Folge von regelmäßigem Rauchen.

Atemnot gehört nicht zu den typischen Symptomen einer akuten Bronchitis. Bei einer vorbestehenden Lungenerkrankung kann es zu einer Verstärkung der Atemnot kommen. Bei nicht-Lungenvorerkrankten muss bei Atemnot auch an eine Lungenentzündung gedacht werden.

Beim Husten können die Viren leicht in die Luft übertragen werden. Eine akute Bronchitis ist daher ansteckend.

Was die Bronchitis-Dauer betrifft, so verschwindet die akute Form im Normalfall von selbst, meist ohne weitere Komplikationen. Die Symptome gehen in der Regel innerhalb von zwei bis fünf Tagen zurück. Ein meist trockener Reizhusten kann jedoch auch noch über mehrere Wochen anhalten.

Akute Bronchitis bei Kindern – Spastische Bronchitis

Bei Kleinkindern und Babys mit akuter Bronchitis verengen sich oft auch die Atemwege, wenn die Bronchialschleimhaut anschwillt. Zusätzlich kann sich die Bronchialmuskulatur verkrampfen. Man spricht dann von einer obstruktiven oder spastischen Bronchitis.

Vor allem bei Kleinkindern ist die Verengung der Bronchien schwerwiegend, da der Durchmesser der Kinderbronchien von Natur aus kleiner ist. In etwa einem Drittel aller Fälle kann sich aus einer spastischen Bronchitis bei Kindern ein Asthma bronchiale entwickeln.

Wie entsteht chronische Bronchitis?

Von einer chronischen Bronchitis spricht man, wenn Husten und Auswurf wenigsten drei Monate lang in mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren anhalten und andere Ursachen ausgeschlossen wurden. So die Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Chronische Bronchitis ist häufig die Folge des regelmäßigen Rauchens. Die Inhaltsstoffe des Zigarettenrauchs wie beispielweise Nikotin reizen die Bronchialschleimhaut, die sich infolgedessen entzündet. Im Volksmund wird die Krankheit daher auch als Raucherhusten bezeichnet.

GUT ZU WISSEN:

Die chronisch-obstruktive Bronchitis wird im Volksmund auch Raucherhusten genannt.

Auch regelmäßig eingeatmeter Feinstaub oder chemische Reizstoffe am Arbeitsplatz können - ebenso wie eine nicht ausgeheilte, akute Bronchitis - zu einer chronischen Bronchitis führen. Besonders oft erkranken Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist.

Chronische Bronchitis: Symptome und Verlauf

Auch bei der chronischen Bronchitis tritt – vor allem morgens - Husten zumeist mit schleimigem Auswurf als zentrales Symptom auf.

Da sie Selbstreinigungskraft der Lunge bei chronischer Bronchitis geschwächt ist und die Flimmerhärchen den Schleim der Bronchialschleimhaut nicht mehr richtig aus der Lunge abtransportieren können, kann sich eine chronische Bronchitis durch eine bakterielle Infektion noch weiter verschlimmern. Deswegen haben Patientinnen und Patienten mit chronischer Bronchitis auch ein erhöhtes Risiko für eine Lungenentzündung oder andere schwere Lungeninfektionen.

Die chronische Bronchitis verschlimmert sich schleichend und kann sich, wenn nicht rechtzeitig behandelt, zur einer chronisch-obstruktiven Bronchitis entwickeln. Obstruktiv bedeutet, dass die Atemwege dauerhaft verengt sind. Diese Entwicklung der Erkrankung tritt bei etwa jeder fünften Person mit einer chronischen Bronchitis auf. Der Übergang zur chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD, mit oder ohne Lungenemphysem ist dann fließend.

Lesen Sie dazu mehr im Kapitel „COPD - Chronisch obstruktive Lungenerkrankung“.

Wissenschaftliche Beratung:

Dr. Jessica Rademacher, Medizinische Hochschule Hannover

Quellen:

Letzte Aktualisierung: 25.02.2020

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