Lungenhochdruck: Risikofaktoren

Es bestehen viele Zusammenhänge zwischen dem isolierten Lungenhochdruck und anderen Vorerkrankungen und Risikokonstellationen. So tritt eine pulmonale Hypertonie bei rund 0,5 Prozent der Patienten mit HIV-Infektion auf, bei Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie Sklerodermie (14–18 Prozent) oder Lupus erythematodes (circa 10 Prozent) häufiger.

Auch bestimmte Medikamente wie etwa Appetitzügler oder psychogene Stimulanzien, zum Beispiel Amphetamine, können die Entstehung von Lungenhochdruck begünstigen. Sogar infolge einer Behandlung mit dem Leukämie-Medikament Dasatinib, einem Tyrosinkinase-Inhibitor, kann sich in Einzelfällen eine pulmonale Hypertonie entwickeln.


IN KÜRZE

Risikofaktoren für Lungenhochdruck können unter anderem sein:

Beim pulmonal-arteriellen Lungenhochdruck (PAH) und insbesondere bei der idiopathischen Form (IPAH) ohne bekannte Ursache und der familiär gehäuften Form des PAH handelt es sich um Modellerkrankungen. Dies bedeutet, dass bei diesen Formen des Lungenhochdrucks zum Beispiel Signalübertragungen, genetische Mutationen aber auch Therapieprinzipien erstmals nachgewiesen bzw. bewiesen werden.

Immer wieder konnten bereits Mechanismen, die zunächst bei diesen Formen der PAH aufgedeckt wurden, auf andere Erkrankungsformen der PH übertragen werden. Andere Formen von Lungenhochdruck treten beispielsweise in Folge von Lungenembolien und chronischen Lungenkrankheiten wie COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) auf.

Pulmonale Hypertonie: Welche Rolle spielen die Gene?

Es existiert eine genetische Prädisposition (Veranlagung) zumindest für einen Teil der Patienten mit Lungenhochdruck. Nicht nur Patienten mit der familiär gehäuften Form der PAH weisen in ihrem Erbgut eine bestimmte Konstellation auf, die zur Entwicklung von Lungenhochdruck führen kann. Auch bei der sporadischen idiopathischen PAH findet sich in einigen Fällen eine spezifische Mutation im Erbgut.

Betroffene mit anderer Assoziation (zum Beispiel Appetitzügler) weisen mitunter ebenfalls solche Mutationen auf, sodass man von einem „schlummernden Risiko“ sprechen kann. Offenbar müssen in der Umwelt der genetisch Vorbelasteten noch andere Ereignisse hinzukommen. Dies kann etwa die Einnahme bestimmter Medikamente sein, durch die die pulmonale Hypertonie ausgelöst wird. Andererseits ist auch bekannt, dass es nicht bei allen Menschen, die die Veränderungen im Erbgut tragen, auch zu einem Krankheitsausbruch kommt.

Auch im Zusammenhang mit Lungenkrankheiten wie COPD scheinen die Gene beim Lungenhochdruck (PH) eine Rolle zu spielen. So ergab eine Studie, dass der Serotonin-Genpolymorphismus bestimmt, wie schwer die pulmonale Hypertonie bei COPD-Patienten ausfällt, die von einer Sauerstoffmangelversorgung betroffen sind. Die Häufigkeit von Lungenhochdruck bei COPD-Patienten mit zumindest einem früheren Krankenhausaufenthalt infolge einer drastischen Verschlimmerung (Exazerbation) beträgt etwa 20 Prozent. Bei fortgeschrittener COPD tritt eine pulmonale Hypertonie in mehr als jedem zweiten Fall auf.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung: 

Prof. Dr. Ralph Schermuly, Gießen
PD Dr. med. Hanno Leuchte, München

 

 

Letzte Aktualisierung:

12.06.2018

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