Sarkoidose: Therapie

Die Therapie der Sarkoidose (Morbus Boeck) richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Da die Krankheit dazu neigt sich in vielen Fällen (etwa 50 Prozent) von alleine (spontan) wieder zurückzubilden, ist eine Behandlung mit Medikamenten daher nicht immer sofort erforderlich.

Die akute Sarkoidose heilt bei 95 Prozent der Betroffenen innerhalb weniger Monate aus. Die Heilungsrate der chronischen Sarkoidose ist abhängig von ihrem Schweregrad und liegt zwischen 20 und 70 Prozent. Eine bleibende Lungenschädigung oder Lungenfibrose betrifft etwa 20 Prozent der Patienten mit einem chronischen Krankheitsverlauf.

In Kürze

Nicht immer müssen bei Sarkoidose Medikamente zum Einsatz kommen.

Bei nicht eingeschränkter Lungenfunktion oder Gasaustausch kann daher zunächst der spontane Verlauf abgewartet werden. Eine unmittelbare Notwendigkeit zur Behandlung der Sarkoidose mit Medikamenten ergibt sich bei zunehmendem Befall von

  • Augen,
  • Herz und
  • Nerven,

oder bei deutlichen und zunehmenden Einschränkungen von Lungenfunktion oder Gasaustausch. 

Eine spezifische Sarkoidose-Therapie wurde durch die Europäische Aufsichtsbehörde bisher nicht zugelassen.

Medikamente bei Sarkoidose

In Kürze

Die Sarkoidose-Therapie besteht zunächst aus oralem Cortison. Der zusätzliche Einsatz von Immunsuppressiva ist bei ungenügender Ansprache auf Cortison oder bei längerfristiger Behandlung mit Cortison angezeigt. 

Mittel der Wahl sind zunächst orale Kortikosteroide (Cortison, meist in Form von Tabletten) als Standardtherapie. Diese unterdrücken die überschießende Granulombildung beziehungsweise führen zu einer Rückbildung bereits gebildeter Granulome. In vielen Fällen kann die Cortison-Therapie über viele Wochen bis wenige Monate langsam ausgeschlichen werden ohne, dass es zu einem Wiederaufflackern der Erkrankung kommt.

Bei anderen Betroffenen kommt es nach Ausschleichen des Cortisons oder unter niedrig dosierten Cortisongaben zu einem erneuten Aufflackern der Erkrankung. Dann ist in der Regel eine länger anhaltende immunsuppressive Therapie mit Cortison und Cortison-sparenden Medikamenten wie Azathioprin oder Methotrexat angezeigt. Ziel muss es dann sein, durch Hinzunahme dieser „Cortison-sparer“ die tägliche Cortisondosis auf 7,5 Milligramm zu begrenzen. Oft gelingt dieses Vorhaben und führt dann zu einer Verringerung der Nebenwirkungen der Langzeit Cortisontherapie (Knochenschwund, Pergamenthaut, Zuckerstoffwechselstörung, Fettleibigkeit).

Sollte die Sarkoidose auch unter einer solchen kombinierten immunsuppressiven Therapie weiter voranschreiten, besteht inzwischen auch die Möglichkeit Anti-TNF-alpha-Antikörper (Infliximab oder Adalimumab) einzusetzen. In Deutschland ist die Therapie mit Infliximab bei Sarkoidose bisher nicht zugelassen und stellt somit eine Off-label-Therapie dar. Daher muss für jeden einzelnen Patienten ein Antrag bei der zuständigen Krankenkasse zur Kostenübernahme gestellt werden.

 

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Andreas Günther, Universitätsklinikum Gießen

Letzte Aktualisierung:

04.07.2018

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