Sarkoidose: Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für Sarkoidose (Morbus Boeck) sind bislang unbekannt. Aufgrund der unterschiedlichen Erkrankungsverläufe wird davon ausgegangen, dass es verschiedene Auslöser gibt, die zur Entstehung von Sarkoidose beitragen können.

In Kürze

Als Auslöser der Sarkoidose stehen verschiedene Umwelteinflüsse aber auch genetische Faktoren unter Verdacht.

Studien deuten darauf hin, dass Umwelteinflüsse aber auch genetische Faktoren eine Rolle spielen. So tritt in vier Prozent der Fälle eine familiäre Häufung auf. Ist bei Zwillingen einer von Sarkoidose betroffen, ist beim anderen Zwilling das Risiko ebenfalls an Sarkoidose zu erkranken 80-fach (eineiig) beziehungsweise 7-fach (zweieiig) erhöht.

Zudem zeigen sich Unterschiede in verschiedenen Bevölkerungsgruppen: In den USA erkranken dunkelhäutige Menschen zum Beispiel schwerer und drei bis vier-mal häufiger als Kaukasier. Und in Europa und Asien zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle, mit den meisten Sarkoidose-Fällen im Norden.

Genmutationen als mögliches Sarkoidose-Risiko

Eine Genmutation auf Chromosom 6 gilt als erhöhtes Risiko für eine Erkrankung. Von der Mutation ist der sogenannte HLA (human leukocyte antigen)-Komplex betroffen, der eine zentrale Rolle für die Funktion des Immunsystems spielt. Zudem sind Genvarianten für das Butrophylin-like 2 (BTLN2) wie auch das Annexin 11 (ANXA11) Gen beschrieben worden, die beide in Verbindung mit Entzündungsprozessen stehen und mit einem erhöhten Risiko der Entwicklung einer Sarkoidose verbunden sind.

Weitere Faktoren, für die Varianten mit einem gesteigerten Sarkoidose-Risiko beschrieben worden sind, sind

  • der Tumor Nekrose Faktor (TNF) alpha,
  • Transforming Growth Faktor (TGF) beta und
  • die Prostaglandin Endoperoxid Synthetase (PGES) 2.

Auch infektiöse Erreger (Bakterien, Viren, Pilze) oder allergische Reaktionen als Auslöser der Sarkoidose werden immer wieder diskutiert. Die überschießende Aktivität des Immunsystems bei der Erkennung von Zellwandbestandteilen grampositiver Bakterien könnte hierbei eine Rolle spielen.

Das Risiko für eine chronische Verlaufsform der Sarkoidose nimmt mit dem Alter der Patienten zu.

 

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Andreas Günther, Universitätsklinikum Gießen

Letzte Aktualisierung:

04.07.2018

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