Lymphangioleiomyomatose (LAM: Forschungsansätze

Die Erforschung der LAM wird erst seit wenigen Jahren  intensiv vorangetrieben. Erfreulicherweise gelangen in den letzten Jahren einige wichtige Entdeckungen, um die Erkrankung besser zu verstehen und die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern.

Wirksamkeit von Sirolimus

Einen wichtigen Beitrag leisten klinische Studien zur Wirksamkeit verschiedener Medikamente. Nachdem Untersuchungen zu Hormontherapien keine durchschlagenden Erfolge erzielen konnten, liegt große Hoffnung in der Behandlung mit dem Immunsuppressivum Sirolimus (Rapamycin).

Sirolimus hemmt über den mTOR-Signalweg das Zellwachstum (siehe auch Therapie der LAM). Eine im ‚New England Journal of Medicine‘ veröffentlichte Studie aus den Jahren 2010/2011 an 89 Patientinnen bestätigte der Substanz eine gute Wirksamkeit. Verglichen mit der Placebo-Gruppe zeigten die mit Sirolimus behandelten Teilnehmerinnen eine deutlich verbesserte Lungenfunktion, sowie weniger Symptome und eine höhere Lebensqualität. Zudem zeigte sich die Anzahl der glatten Muskelzellen stabil durch ein gehemmtes Wachstum, für wachstumsfördernde Botenstoffe (VEGF) wurden verminderte Konzentrationen im Blut gemessen. Die Therapie mit Sirolimus wurde über 12 Monate durchgeführt, anschließend wurden die Teilnehmerinnen für weitere 12 Monate ohne Therapie beobachtet. Kritiker hatten zuvor befürchtet, dass es nach Beendigung der Therapie zu einer dramatischen Verschlechterung des Krankheitsbilds kommen könnte, einem sogenannten Rebound. Diese Befürchtung blieb glücklicherweise aus, nach Absetzen der Therapie schritt die Erkrankung zwar erneut fort, allerdings nur bis zu einem Stadium ähnlich wie in der Vergleichsgruppe. Die Werte der Lungenfunktion passten sich denen der Vergleichsgruppe an. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass eine dauerhafte Therapie mit Sirolimus notwendig ist, um die Lungenfunktion zu stabilisieren und die Krankheit aufzuhalten. Nun müssen weitere Daten zur Effektivität und Langzeitverträglichkeit von Sirolimus geliefert werden.

Die Patienten berichten von verschiedenen Nebenwirkungen unter Sirolimus, vor allem Schleimhautentzündungen, Durchfall, erhöhten Blutfettwerten, akneähnlichen Hautveränderungen und Beinschwellungen. Allerdings trat in der Placebogruppe der Studie eine fast vergleichbare Anzahl an Nebenwirkungen auf, vor allem pulmonale Komplikationen waren sogar häufiger.

Die Autoren der Studie sehen einen positiven Effekt für die Therapie mit Sirolimus bei Patientinnen mit moderater LAM belegt. Ob eine Therapie aber wirklich in Frage kommt, bleibt derzeit weiterhin eine individuelle Entscheidung, je nach Erkrankungsschwere und Risikoprofil des Patienten.

Mausmodell zur Grundlagenforschung

Neueste Erkenntnisse erhoffen sich Forscher von einem aktuell entwickelten Mausmodell zur weiteren Erforschung der LAM. Einer Arbeitsgruppe in Philadelphia ist es gelungen, Zellen mit fehlendem TSC-Gen in die Lungen von Mäusen einzuschleusen. Die betroffenen Tiere entwickelten daraufhin eine der LAM ähnliche Lungenerkrankung. An diesem Modell wollen die Wissenschaftler nun molekulare Veränderungen durch den Gendefekt erforschen und vor allem auch Therapiestudien durchführen.

Erste Ergebnisse von Medikamententests in diesem Mausmodell bestätigen die gute Wirksamkeit von Sirolimus. Zudem wurde ein Zusatznutzen für eine Kombinationstherapie mit Simvastatin, einem Cholesterinsenker, beobachtet. Simvastatin hat selbst eine antientzündliche und auch wachstumshemmende Wirkung. Darüber hinaus wirkt es den erhöhten Blutfettwerten – einer unerwünschten Nebenwirkung von Sirolimus – entgegen.

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Quellen:

  • McCormack, F. et al.: Efficacy and Safety of Sirolimus in Lymphangioleiomyomatosis. In: New England Journal of Medicine, 2011, 364 (17): 1595-1606
  • Goncharova, E. et al.: Prevention of Alveolar Destruction and Airspace Enlargement in a Mouse Model of Pulmonary Lymphangioleiomyomatosis (LAM). In: Science Translational Medicine, 2012, 154 (4), 154ra134

Letzte Aktualisierung:

01.02.2013

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