Alpha-1-Antitrypsin-Mangel - was ist das?

Alpha-1-Antitrypsin (AAT) ist ein Protein (Eiweißstoff), das in der Lunge sogenannte Proteasen inaktiviert. Proteasen sind Enzyme, die Gewebsmoleküle spalten und abbauen; sie werden bei entzündlichen Prozessen und chronischen Reizzuständen vermehrt produziert. Fehlt AAT oder ist es nicht in ausreichender Menge vorhanden, kommt es zu einer ungehemmten und überschießenden Aktivität der Proteasen und in der Folge zu einer vermehrten Gewebszerstörung.
AAT wird vor allem in der Leber produziert und von dort ins Blut abgegeben. Bei einer Mutation im AAT-Gen auf Chromosom 14 wird AAT nicht oder nur in verminderter Konzentration gebildet. Dies hat v.a. zwei Schädigungen zur Folge:

  1. Durch den AAT-Mangel wird das Lungengewebe vermehrt durch Proteasen geschädigt, weil diese nicht ausreichend inaktiviert werden können. Es kommt zur chronischen Entzündung, häufig auch zu einer chronischen Verengung der Bronchien. Dies wird auch als chronisch-obstruktive Lungenerkrankung oder COPD bezeichnet. Im weiteren Verlauf der Erkrankung entsteht eine Überblähung der Lunge, die Lungenbläschen werden zerstört und es entwickelt sich ein Lungenemphysem. Hiermit geht ein Verlust von Lungenoberfläche einher, die nicht mehr  für den Gasaustausch  zur Verfügung steht.

    Betroffene Patienten berichten über Atemnot und ein Druckgefühl im Brustkorb sowie über ein erschwertes Ausatmen. Zigarettenrauchen inaktiviert das AAT in der Lunge und fördert daher die Entwicklung der chronischen Entzündung. Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und als Folge dessen ein Lungenemphysem kann daher auch ohne den genetischen Defekt des Alpha-1-Antitrypsins entstehen.

  2. Durch den Gendefekt kann es zur Ansammlung von fehlgebildetem Alpha-1-Antitrypsin  in den Leberzellen kommen, da diese das fehlgebildete Protein nicht in die Blutbahn abgeben können. Eine entzündliche Leberschädigung kann die Folge sein. Über einen chronisch-entzündlichen Prozess kann sich in der Folge eine Leberzirrhose (Verhärtung und Vernarbung des Lebergewebes) entwickeln.
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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Herold, G. (2007): Innere Medizin, Eigenverlag
  • American Thoracic Society/European Respiratory Society (Hrsg.), Standards for the Diagnosis and Management of Individuals with alpha-1 antitrypsin Deficiency, 2003, In: American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine, Vol 168, 818-896

Letzte Aktualisierung:

01. Juli 2013

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