Lungenfibrose: Risikofaktoren

Lungenfibrose-Risikofaktoren. Sympbolicon mit Blitz darauf.

Zu den Lungenfibrose-Risikofaktoren zählt eine ganze Reihe von Gasen und Dämpfen, aber auch Aerosole (winzige in der Luft verteilte Tröpfchen) von verschiedenen Gefahrstoffen. Sie alle können mit der Zeit das Lungengewebe so stark reizen, dass es zum fibrösen Umbau kommt. Selbst Haarspray steht im Verdacht, bei lang anhaltender, konzentrierter Belastung der Atemluft eine Lungenfibrose fördern zu können.

Gut zu wissen:

„Fibröse Umbauprozesse“  bezeichnen die vermehrte Bildung von Bindegewebsfasern. Dies passiert beispielsweise auch bei der Entstehung von Narben.

Die Schadstoffe, die zu einer Lungenfibrose führen können, gelangen über die Atemwege in die Lungen. Entstehen die krankhaften Veränderungen des Lungengewebes, durch das Einatmen von anorganischen Staubteilchen, bezeichnet man dies als Staubinhalationskrankheiten (Pneumokoniosen). Vor allem eine anhaltende Belastung durch

gehört zu den wichtigen Risikofaktoren der Lungenfibrose. Ebenso organische Stäube und die darin enthaltenen Allergene, die eine exogen-allergische Alveolitis bedingen können.

Strahlung und Medikamente

Auch ionisierende Strahlen, wie sie zum Beispiel in der Krebstherapie eingesetzt werden, sind ein Risikofaktor für Lungenfibrose. Man spricht dann von einer Strahlenfibrose. Sie tritt aber nur bei einem sehr kleinen Anteil der Patienten auf, die sich auch wegen eines Krebsleidens im Thoraxbereich (Brustkrebs, Lungenkrebs) einer Strahlentherapie unterziehen mussten.

Auch bei verschiedenen Medikamenten, gehört einen Lungenfibrose zu den möglichen Nebenwirkungen. Das Spektrum reicht dabei von

  • bestimmten Antibiotika und Schmerzmitteln über
  • Mittel zur Therapie von Herzrhythmusstörungen bis hin zu
  • Medikamenten, die in der Chemotherapie von Krebserkrankungen zum Einsatz kommen.

Begünstigende Erkrankungen

Eine ganze Reihe von Erkrankungen, die primär andere Organe oder Organsysteme betreffen, können ebenfalls eine Lungenfibrose begünstigen. Dazu zählen verschiedene zum rheumatischen Formenkreis gehörende Krankheiten wie

  • rheumatoide Arthritis (Gelenkrheumatismus),
  • Lupus erythematodes und
  • Sklerodermie.

Außerdem chronisch entzündliche Systemerkrankungen wie die Amyloidose und die Sarkoidose. Gerade bei der Sarkoidose ist beim Großteil der Patienten die Lunge mit betroffen. Allerdings bilden sich die fibrotischen Lungenveränderungen unter Therapie meist zurück.

 

 

Risikofaktoren für die idiopathische Lungenfibrose (IPF)

Wie die Bezeichnung „idiopathisch“ bereits verrät, sind die Ursachen für eine idiopathische Lungenfibrose (IPF) grundsätzlich nicht bekannt.

Offenbar gibt es aber eine erbliche Veranlagung (Disposition) für IPF, denn es wird eine gewisse Häufung von Krankheits-Fällen in Familien beobachtet. Träger von bestimmten Risikogenen scheinen also etwas anfälliger für diese Form der Lungenfibrose zu sein. Genauer sind die Zusammenhänge aber noch nicht verstanden, auch wenn inzwischen Mutationen etwa in den Surfactant-Proteinen oder den Telomerase-Genen gefunden wurden, die sich in Form einer solchen erblichen Lungenfibrose manifestieren können. Die genetische Veranlagung macht aber nur etwa fünf Prozent aller Fälle von idiopathischer Lungenfibrose aus.
  
Ob zwischen verschiedensten Umwelteinflüssen wie Luftschadstoffen, Holz- und Metallstäuben und idiopathischer Lungenfibrose ein Zusammenhang besteht, wird zwar in Fachkreisen viel diskutiert und teilweise auch wissenschaftlich untersucht – doch definitive Belege fehlen bislang.

Auch wiederholte Virusinfektionen stehen im Verdacht, die idiopathische Lungenfibrose zu begünstigen. Ebenso wird gastroösophagaler Reflux, also der Rückfluss von saurem Magensaft in der Speiseröhre, in verschiedenen Studien als möglicher Risikofaktor für IPF betrachtet. Um den Zusammenhang zu beweisen sind allerdings noch weitere Studien notwendig.

Anerkannter Risikofaktor für IPF: Rauchen

Der einzige zweifelsfrei nachgewiesene exogene Risikofaktor für idiopathische Lungenfibrose ist das Rauchen. Die zellbiologischen Grundlagen dafür sind allerdings noch nicht im Detail bekannt. . 

Kurz erklärt:

Rauchen ist ein anerkannter Risikofaktor und verdoppelt das Risiko an IPF (idiopathische Lungenfibrose) zu erkranken.

Nach aktuellen Studienergebnissen haben Raucher und Exraucher ein etwa doppelt so hohes Risiko eine idiopathische Lungenfibrose zu entwickeln wie Nie-Raucher

Erwähnenswert ist dabei aber auch, dass ein Drittel der Betroffenen mit idiopathischer Lungenfibrose nie geraucht hat und die Mehrzahl der mit Tabakrauch belasteten IPF-Betroffenen ehemalige Raucher sind, die im Durchschnitt bereits seit 20 Jahren nicht mehr aktiv rauchen.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Antje Prasse, Medizinische Hochschule Hannover

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

Letzte Aktualisierung:

27.08.2018

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