Lungenfibrose: Diagnose

Trockener Reizhusten und Atemnot (Dyspnoe) vor allem bei körperlicher Belastung sind die häufigsten Symptome für eine Lungenfibrose, können aber auch durch viele andere Lungenkrankheiten verursacht werden.

Der erste Schritt, um diese Erkrankungen voneinander abzugrenzen, ist ein ausführliches Anamnesegespräch. Dabei fragt der Arzt oder die Ärztin die Betroffenen einerseits nach Häufigkeit und Ausmaß der Beschwerden und wann diese auftreten. Andererseits erkundigt er oder sie sich auch nach eventuell vorliegenden Grunderkrankungen und möglichen Belastungen durch Schadstoffe im beruflichen und privaten Umfeld – und erhält so wichtige Informationen über mögliche Auslöser.

An das Gespräch schließt sich eine körperliche Untersuchung an, mit Fokus einerseits auf die Lunge andererseits auf mögliche Anzeichen eines Sauerstoffmangels. Befunde wie

  • Geräusche der Lunge (Knistern bei der Einatmung, Knisterrasseln) oder
  • Trommelschlegelfinger

erhärten den Verdacht auf eine Lungenfibrose.

Weitere Informationen zu den Hinweisen auf eine Lungenfibrose finden Sie im Kapitel „Lungenfibrose-Symptome“.

Um eine Lungenfibrose sicher diagnostizieren zu können und um die Ursachen zu klären, was im Hinblick auf die Therapie von Bedeutung ist, sind eine Reihe von Untersuchungen nötig.

Lungenfunktionstest und Blutgasanalyse

Eine kleine Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie) gibt Auskunft über die Leistungsfähigkeit der Atmungsorgane und somit auch über eventuell vorliegende Einschränkungen bei einer Lungenfibrose. Dieses einfach durchzuführende und schmerzfreie Diagnose-Verfahren besitzt auch für die Beurteilung des Krankheitsverlaufs große Bedeutung.

Mit Hilfe der sogenannten Diffusionskapazität (DLco), die im Rahmen einer ausführlicheren Lungenfunktionsprüfung gemessen wird, kann ermittelt werden, wie gut  die Lunge, Sauerstoff aus der Einatemluft ins Blut befördern kann. Der Wert ist also ein Maß zur Beurteilung des Gasaustauschs.

Eine Blutgasanalyse, also die Messung des Sauerstoffgehalts im Blut, in Ruhe und gegebenenfalls unter Belastung, gehört zur Standarddiagnostik beim Verdacht auf Lungenfibrose. Belastungsuntersuchungen (z.B. die Spiroergometrie) können eine Gasaustauschstörung, die unter Ruhebedingungen noch nicht auffällt, aufdecken und so frühere Krankheitsstadien anzeigen. 

Bildgebende Diagnose-Verfahren bei Verdacht auf Lungenfibrose

Eines der wichtigsten diagnostischen Werkzeuge bei Verdacht auf Lungenfibrose ist das Thorax-CT. Eine spezielle Röntgenaufnahme des Brustkorbs, bei der Schicht für Schicht Bilder von Organen und Geweben aufgezeichnet und zu dreidimensionalen Bildern zusammengesetzt werden. Ist das Ergebnis dieser Untersuchung unauffällig, kann eine Lungenfibrose praktisch ausgeschlossen werden.

GUT ZU WISSEN:

Die Diagnose Lungenfibrose ist nicht einfach und erfordert die Zusammenarbeit von Experten aus verschiedenen medizinischen Disziplinen. Wichtig ist dabei, andere Lungenleiden mit ähnlicher Symptomatik auszuschließen.

Zur Klärung der Lungenfibrose-Ursachen und zur Klassifikation ist außerdem eine Bronchoskopie erforderlich. Bei dieser auch Lungenspiegelung genannten Untersuchung werden Zellen und Gewebeproben aus der Lunge entnommen und  im Labor untersucht. In etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle wird außerdem eine chirurgische Gewebeentnahme zur Diagnosesicherung nötig, in der Regel im Rahmen einer videoassistierten, thorakoskopischen Operation.

Weitere Blutuntersuchungen können insbesondere hinsichtlich der rheumatischen Erkrankungen, der Sarkoidose und der exogen-allergischen Alveolitis wichtige Zusatzinformationen liefern. 

Viele verschiedene Fachrichtungen sind gefragt

Da es sich bei Lungenfibrose um ein sehr komplexes Krankheitsbild mit vielen verschiedenen Ursachen und Formen handelt, empfehlen Fachgesellschaften wie die European Respiratory Society, dass die definitive Diagnose einer Lungenfibrose im Rahmen einer Konferenz mit erfahrenen Ärztinnen und Ärzten aus den Bereichen der Pneumologie, Pathologie, Radiologie und eventuell auch der Arbeitsmedizin gestellt werden sollte. In Einzelfällen kann es auch erforderlich werden, weitere Spezialisten zum Beispiel aus der Rheumatologie oder Infektiologie hinzuzuziehen.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Antje Prasse, Medizinische Hochschule Hannover

Die hier aufgeführten Leitlinien und Aufsätze richten sich, so nicht ausdrücklich anders vermerkt, an Fachkreise. Ein Teil der hier angegebenen Aufsätze ist in englischer Sprache verfasst.

Letzte Aktualisierung:

27.08.2018

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