Lungenemphysem: Behandlung

Ziel des Lungenemphysem-Therapie ist es, einen Stillstand der Erkrankung zu erreichen und Beschwerden abzumildern. Die wichtigste Voraussetzung hierfür ist der sofortige Rauchstopp sowie das Vermeiden von Passivrauch. Außerdem sollten Betroffene umwelt- und arbeitsplatzbedingtem Feinstaub bestmöglich meiden.

Da ein Lungenemphysem in den meisten Fällen im Rahmen der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD auftritt, richtet sich die medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapie im Wesentlichen nach der COPD-Behandlung. Lesen Sie dazu mehr im Kapitel „COPD-Therapie“.

Bei Menschen, die ein Lungenemphysem aufgrund eines Alpha-1-Antitrypsin-Mangels entwickeln, besteht die Möglichkeit einer Infusions-Therapie mit humanem Alpha-1-Antitrypsin (AAT), die den Mangel ausgleicht (Substitutionstherapie). Allerdings richtet sich diese Behandlung nach dem Genotyp, sodass sie nicht für alle Personen mit AAT-Mangel in Frage.

GUT ZU WISSEN:

Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn kann einem schlimmeren und schnelleren Verlauf des Emphysems entgegenwirken.

Bei fortgeschrittenem Lungenemphysem ist es möglich, das Lungenvolumen bronchoskopisch oder operativ zu verringern oder besonders große Blasen zu entfernen. Hierfür sind verschiedene Varianten der sogenannten Lungenvolumenreduktion (LVR) verfügbar, etwa mit Ventilen oder sogenannten Coils, einer Art Spiralen, die in die Bronchien eingebracht werden. Bei beiden Verfahren ist große Sorgfalt und Expertise des durchführenden Zentrums unbedingt erforderlich. Außerdem soll die LVR nur bei ausgewählten Patientinnen oder Patienten erfolgen und das auch nur, wenn alle anderen Behandlungsoptionen vorab nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Im Deutschen Zentrum für Lungenforschung werden an verschiedenen Standorten hierzu klinische Studien durchgeführt.

Erfahren Sie mehr zur Lungenvolumenreduktion im Kapitel „Lungenoperationen“.

Im Extremfall kann als letzte Therapieoption auch die Transplantation einer ganzen Lunge oder eines Lungenflügels erforderlich sein. Da Spenderorgane jedoch knapp sind, fällt zumeist eine gewisse Wartezeit bis zur Transplantation an. 

Unsere wissenschaftliche Beratung für diesen Text:

PD Dr. med. Henrik Watz, LungenClinic Grosshansdorf

Quellen:

Letzte Aktualisierung: 04.11.2019

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