Allergien und Atemwege: Behandlung

Die wichtigste Maßnahme bei allergischem Schnupfen ist, den Kontakt mit dem oder den verantwortlichen Allergenen möglichst vollständig zu vermeiden. Ein Pollenflugkalender (zum Beispiel von der Stiftung deutscher Polleninformationsdienst) sowie aktuelle Hinweise des Deutschen Wetterdienstes auf Pollenflug können hilfreiche Information für Menschen mit Heuschnupfen bieten.

Im Falle einer Hausstaubmilbenallergie können spezielle Bezüge für Matratzen, Kissen und Bettdecke die Allergenbelastung reduzieren und damit Symptome vermindern.

Medikamente

Reicht das Meiden der allergieauslösenden Stoffe, die sogenannte Allergenkarenz, nicht aus um die Symptome ausreichend zu bessern, können auch verschiedene Medikamente eingesetzt werden um akute Symptome zu behandeln. Dazu gehören:

  • Antihistaminika
  • Cromone
  • Glukokortikoide (Cortison)

Antihistaminika sind die Gegenspieler von Histamin, einem körpereigenen Botenstoff des Immunsystems, der in den Haut- und Schleimhautzellen das Entzündungsgeschehen beeinflusst: Antihistaminika blockieren die Wirkung des Histamins und lindern damit Heuschnupfensymptome rasch und wirkungsvoll (siehe Grafik). Sie können als Nasenspray oder auch oral zum Beispiel als Tabletten, Tropfen oder Saft eingenommen werden. 

Bild: Werden die Histaminrezeptoren blockiert, mindert das die allergischen Symptome
© Lungeninformationsdienst/ Helmholtz Zentrum München

Die Wirkung von Cromonen, wie Nedocromil, Dinatriumcromoglykat (DNCG, Cromoglicinsäure) oder Lofoxamid, ist lediglich bei lokaler Anwendung als Nasenspray oder Augentropfen nachgewiesen. Cromone sind weniger wirksam als Antihistaminika und werden in erster Linie beispielsweise zur Anwendung während der Schwangerschaft oder bei Kindern empfohlen.

Als die derzeit wirksamste Gruppe von Arzneimitteln zur Behandlung von Heuschnupfen gelten die Glukokortikoide, auch Cortison-Präparate genannt. Werden sie lokal, also beispielsweise als Nasenspray eingesetzt, verringern sie alle Symptome in der Nase bei in der Regel minimalen Nebenwirkungen. Erste Wahl bei der Behandlung von allergischem Schnupfen bleiben aber die Antihistaminika. 

Spezifische Immuntherapie

Die spezifische Immuntherapie (SIT), auch Hypo- oder Desensibilisierung genannt, reduziert wissenschaftlichen Studien zufolge das Risiko für eine Verschlimmerung allergischer Beschwerden deutlich. Menschen mit Heuschnupfen sollten mit der Therapie zwei bis vier Monate vor dem ersten Pollenflug starten - der beste Zeitpunkt ist also das Winterhalbjahr. Nach Angaben des Ärzteverbandes Deutscher Allergologen können sich die Heuschnupfensymptome bei rechtzeitigem Therapiebeginn bereits im folgenden Frühjahr und Sommer bessern.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich die spezifische Immuntherapie nicht nur zur Therapie der allergischen Rhinitis, sondern auch zur Prävention von allergischem Asthma eignet, denn Studien zeigen, dass die SIT das Risiko für einen Etagenwechsel – also den Übergang auf die unteren Atemwege - deutlich reduziert.

Die spezifische Immuntherapie kann auch bei Menschen mit milden Formen von allergischem Asthma eingesetzt werden.

Mehr zu Allergien erfahren Sie beim Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München.

Wissenschaftliche Beratung für dieses Kapitel:

Quellen:

     

  • Bachert, C., et al.: Allergische Rhinokonjunktivitis. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. In: Allergo J 2003; 12: 182-194
  •  

  • S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI): Leitlinie zur (allergen-)spezi­fischen Immuntherapie bei IgE-vermittelten allergischen Erkrankungen. In: Allergo J Int 2014; 23:282 

Letzte Aktualisierung: 06.05.2020

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