Allergien und Atemwege: Grundlagen

Allergische Erkrankungen äußern sich in einer Vielzahl von Symptomen, die von Juckreiz und tränenden Augen bis zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock reichen können. Den unterschiedlichen Krankheitsbildern ist eines gemeinsam: Sie gehen auf eine fehlgeleitete Antwort des Immunsystems zurück, das ungefährliche Fremdstoffe als bedrohlich wahrnimmt und bekämpft.

Allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis)

Das häufigste allergisch bedingte Krankheitsbild der Atemwege ist der allergische Schnupfen, in der Fachsprache auch allergische Rhinokonjunktivitis oder allergische Rhinitis genannt. Medizinisch unterscheidet man zwei Hauptformen des allergischen Schnupfens:

     

  • der saisonal auftretende Heuschnupfen (Pollinosis)
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  • und die ganzjährige allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen z.B. auf Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen)
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Birkenpolle im Rasterelektronenmikroskop
Birkenpolle im Rasterelektronenmikroskop: Pollen sind häufige Auslöser von Heuschnupfen. Foto: Prof. Heidrun Behrendt / Helmholtz Zentrum München

Symptome des allergischen Schnupfens können sein:

  • Niesreiz,
  • Schnupfen mit wässrigem Nasensekret und behinderter Nasenatmung,
  • Niesanfälle sowie
  • ausgeprägter Juckreiz in Nase und Augen.

Der saisonale Heuschnupfen wird  vor allem durch Baum- oder Gräserpollen ausgelöst. Für den ganzjährigen allergischen Schnupfen sind meist andere Allergene wie Milbenkot oder Tierhaare verantwortlich.

Wird ein allergischer Schnupfen nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt, kann es zu einem sogenannten „Etagenwechsel“ kommen. Dabei breiten sich die Symptome von den oberen auch auf die unteren Atemwege, also in die Lunge aus. Man spricht dann vom allergischem Asthma bronchiale.

Sowohl beim allergischen Schnupfen als auch beim allergischen Asthma tritt eine allergische Reaktion vom Typ I, die sogenannte Soforttyp-Reaktion auf. Diese wird auch als Frühtyp oder anaphylaktischer Typ bezeichnet und tritt innerhalb von wenigen Sekunden bis Minuten ein. Sogenannte IgE-Antikörper spielen dabei eine bedeutende Rolle, man spricht daher auch von Antikörper-vermittelter Sofortreaktion. Auch verschiedene Botenstoffe, insbesondere Histamin sind an dieser Reaktion beteiligt.

Mehr zu Allergien erfahren Sie beim Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München.

 

 

Wissenschaftliche Beratung für dieses Kapitel:

Quellen:

     

  • Robert Koch-Institut: Allergien und atopische Erkrankungen
  • Bachert, C., et al.: Allergische Rhinokonjunktivitis. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. In: Allergo J 2003; 12: 182-194
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Letzte Aktualisierung: 06.05.2020

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