Allergien und Atemwege:
Aktuelle Forschungsansätze

Noch sind viele Fragen offen, was Entstehung und damit verbunden neue Möglichkeiten effektiver Therapieformen angeht. Eine entscheidende Frage, nämlich was einen Stoff überhaupt zum Allergen macht, kann bis heute noch nicht genau beantwortet werden. Auch weiß man noch nicht genau, warum zwischen den verschiedenen Allergenen so große Unterschiede in ihrem jeweiligen allergenen Potenzial bestehen.

Auch die Frage, welche besondere Rolle verschiedene Umweltfaktoren wie zum Beispiel Luftschadstoffe oder ein Leben auf dem Bauernhof für das Allergiegeschehen tatsächlich spielen, steht im Blick der Forschenden.

Die immunologischen Mechanismen, welche der Toleranzentwicklung bei der Spezifischen Immuntherapie oder Hyposensibilisierung zugrunde liegen, sind ebenfalls bis heute nicht vollständig verstanden. Und natürlich gehört auch die Suche nach neuen oder besseren Therapiemöglichkeiten zu Forschungsvorhaben rund um Allergien.

Neues Wissen aus der Genetik

Einige Gene beeinflussen vermutlich ganz allgemein die Neigung zur Entwicklung allergischer Erkrankungen. Darüber hinaus gibt es aber sehr wahrscheinlich auch Gene, die speziell für eine bestimmte allergische Erkrankung von Bedeutung sind und für andere keine Rolle spielen. Genorte zu finden, die sich auf das Allergierisiko auswirken ist daher ebenfalls zentraler Bestandteil der Forschung zu Allergien.

Ein zentrales Ziel des Deutschen Zentrums für Lungenforschung  ist es Entzündungskaskaden im Lungengewebe und daran involvierte zelluläre Faktoren zu identifizieren. Daraus könnten sich präventive Strategien ableiten lassen.

Aber nicht nur in der Vorsorge auch bei der Behandlung lassen sich durch Genanalysen hilfreiche Informationen gewinnen. So konnten Forschende beispielsweise zeigen, dass bestimmte genetische Varianten dazu führen können, dass Personen besser oder schlechter auf bestimmte Wirkstoffe ansprechen. 

Mehr zu Allergien erfahren Sie beim Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München.

Wissenschaftliche Beratung für dieses Kapitel:

Quellen:

  • Deutsches Zentrum für Lungenforschung: Asthma und Allergien
  • Wang, Alberta L. et al.: DNA methylation is associated with inhaled corticosteroid response in persistent childhood asthmatics. In: Experimental Allergy, 2019, vol. 49 (9)
  • Gürlich, K. et Al.: Respiratory and allergic diseases of children: Temporal trends, urban-rural differences, and in association with environmental tobacco smoke exposure. In: Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2016 Dec; 59(12):1566-1576.

 

Letzte Aktualisierung: 15.05.2020

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