Akutes Lungenversagen (ARDS): Risikofaktoren

Grundsätzlich kann jede schwere Allgemeinerkrankung ein akutes Lungenversagen/ akutes Atemwegssyndrom (ARDS) auslösen:

Insbesondere eine Blutvergiftung (Sepsis) als Teil des Multiorganversagens oder eine Lungenentzündung. 

Weitere Ursachen und Risikofaktoren eines ARDS sind zum Beispiel:

  • das Eindringen flüssiger oder fester Stoffe in die Atemwege,
  • Lungenquetschung,
  • Beinahe-Ertrinken,
  • gleichzeitige Verletzung mehrerer Organe oder Körperregionen
  • schwere Bauchspeicheldrüsenentzündungen.

Groß angelegte epidemiologische Studien haben außerdem gezeigt, dass auch Zigarettenrauchen (dosisabhängig) und chronischer Alkoholmissbrauch das Risiko, an ARDS zu erkranken, erhöhen.

Liegen mehrere Risikofaktoren vor, steigt die Wahrscheinlichkeit ein ARDS zu entwickeln, überdurchschnittlich an.

GUT ZU WISSEN:

Infektionen sollten grundsätzlich konsequent behandelt werden, um ein akutes Lungenversagen als mögliche Folge zu verhindern.

Welche Faktoren spielen noch eine Rolle?

Transfusionen können ebenfalls eine akute Lungenschädigung auslösen. Vermutlich schädigen hierbei Antikörper im Spenderblut die innerste Schicht der Blutgefäße in der Lunge. Man spricht von einer transfusionsassoziierten akuten Lungeninsuffizienz (TRALI). Die Prognose für den Krankheitsverlauf ist bei TRALI besser als beim ARDS.

Unsere wissenschaftliche Beratung für dieses Kapitel:

Dr. Istvan Vadasz, Universitätsklinikum Gießen

Quellen:

  • Kuhlen, R., Rossaint, R.:  Die Intensivtherapie bei akutem Lungenversagen. - Steinkopff Verlag
  • Gajic, O. et al.: Transfusion-related acute lung injury in the critically ill: prospective nested case-control study. -  Am. J. Respir. Crit. Care Med. 2007, Nov.1, 176 (9), 886-91
  • European Lung Foundation: Akutes Atemnotsyndrom (ARDS) (Letzter Abruf 19.03.2020)  

Letzte Aktualisierung: 19.03.2020

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