Zytologie

Zytologie
Zytologie; Foto: Helmholtz Zentrum München

IN KÜRZE:

Zellen aus dem Atemtrakt lassen sich durch Bronchoskopie, Bronchial-Lavage oder Biopsie, aber auch aus dem Sputum – dem Auswurf beim Husten – gewinnen.

Der Begriff Zytologie steht allgemein für die Betrachtung und Charakterisierung von Zellen mit dem Mikroskop. In der Lungendiagnostik dient die Zytologie vor allem der Suche nach krankhaften Veränderungen von Zellen, die zum Beispiel Hinweise auf einen Tumor liefern, aber auch dem Nachweis bestimmter Bakterien oder Pilze, die die Lunge befallen haben.

Die für die Untersuchung notwendigen Zellen aus der Lungenschleimhaut lassen sich auf verschiedene Art und Weise gewinnen: Der einfachste Weg ist über das Sputum, den Auswurf, der beim Husten in den Mundraum gelangt. Das Sputum enthält in erster Linie Wasser, aber eben auch Zellen aus dem Lungenepithel oder in der Lunge angesiedelte Krankheitserreger. Sputumproben können allerdings leicht mit Keimen aus dem Nasen-Rachenraum verunreinigt sein. Weitaus gezielter können Ärzte Zellen im Rahmen einer Bronchoskopie oder einer Bronchial-Lavage gewinnen.

Je nach Volumen und Herkunft werden die Proben entweder direkt auf einen Objektträger ausgestrichen oder zuvor durch Zentrifugation beziehungsweise Mikrofiltration aufkonzentriert. Dann werden die Zellen mit verschiedenartigen Reagenzien angefärbt, um besondere Charakteristika der Zellen oder einzelne Zellbestandteile wie zum Beispiel den Zellkern sichtbar zu machen oder hervorzuheben. Darüber hinaus gibt es auch Färbemethoden, mit denen Pilze oder bestimmte Bakterienarten nachgewiesen werden können.

Welche Möglichkeiten bietet die Immunzytologie?

Ein wichtiger Bestandteil der zytologischen Untersuchung – besonders bei der Diagnose von Krebs – ist die sogenannte Immunzytologie. Bei dieser werden die Zellproben des Patienten mit Antikörpern untersucht, die an ganz bestimmte Komponenten der Zellen wie zum Beispiel Oberflächenproteine oder Rezeptoren binden. Die gebundenen Antikörper lassen sich ihrerseits durch eine Farb- oder Fluoreszenzreaktion sichtbar machen und im Mikroskop lokalisieren.

Auf diese Weise bestimmen die Labormitarbeiter zum Beispiel die Gewebeherkunft von Tumorzellen oder den Subtyp eines Tumors. Diese Informationen geben oft schon wichtige Hinweise auf die mögliche Behandlung der Erkrankung. In der Therapie von Tumorerkrankungen geht der Trend mehr und mehr dahin, Medikamente zu entwickeln, die ganz gezielt spezielle Tumor-Unterarten bekämpfen. Dadurch wird die Bedeutung von zytologischen Untersuchungen in der Diagnostik von Lungentumoren in Zukunft noch wachsen.

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Pokieser, L. et al. (2001): Klinische Zytologie der Lunge und Pleura, Handbuch und Farbatlas. Springer-Verlag KG, DOI 10.1007/978-3-7091-6191-3

     

     

     

     

     

     

     

Letzte Aktualisierung:

26.11.2015

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