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Michael Haggenmueller
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Inhalativer Provokationstest

Mit einem inhalativen oder auch nasalen Provokationstest der Lunge lässt sich eine allergisch bedingte Atemwegserkrankung feststellen oder ausschließen.

Dabei wird geprüft, ob Atemwegsbeschwerden und eine Verengung der Atemwege durch die Gabe von unspezifischen Atemreizen wie Metacholin oder bestimmten Allergenen aus der Luft gezielt hervorgerufen ("provoziert") werden können. 

Wissenschaftliche Beratung:
PD Dr. med PhD Christine Happle, Medizinische Hochschule HannoverDeutsches Zentrum für Lungenforschung

Mit einem inhalativen oder auch nasalen Provokationstest der Lunge lässt sich eine allergisch bedingte Atemwegserkrankung feststellen oder ausschließen.

Dabei wird geprüft, ob Atemwegsbeschwerden und eine Verengung der Atemwege durch die Gabe von unspezifischen Atemreizen wie Metacholin oder bestimmten Allergenen aus der Luft gezielt hervorgerufen ("provoziert") werden können. 

Wissenschaftliche Beratung:
PD Dr. med PhD Christine Happle, Medizinische Hochschule HannoverDeutsches Zentrum für Lungenforschung

Provokationstest: Ablauf

Für den Provokationstest atmet die Patientin/der Patient eine Testlösung mit dem Atemwegsreiz (Methacholin oder verdächtiges Allergen, zum Beispiel Pollen) ein, sodass dieses in Kontakt mit der Bronchialschleimhaut kommt. Liegt eine besondere Empfindlichkeit der Lunge (Atemwegshyperreagibiltät) oder eine Allergie vor, kann sich dies anschließend durch spezifische Symptome äußern wie:

  • Engstellung der Atemwege (Reduktion der Einsekundenkapazität FEV1) oder
  • Niesreiz,
  • Fließschnupfen oder
  • Anschwellen der Nasenschleimhaut

Dies kann dann in der Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie oder Ganzkörper-(Body-)Plethysmographie) und durch Beobachtung und Protokollieren der Reaktion in der Stunde nach der Provokation nachgewiesen werden. 

Ein spezifischer Provokationstest gehört nicht standardmäßig zur Diagnose von Asthma bronchiale, kann aber bei speziellen Fragestellungen eingesetzt sein. So zum Beispiel um genau herauszufinden, welches Allergen der Auslöser ist, beispielsweise vor einer geplanten Immuntherapie.

Ein Provokationstest ist in der Regel sicher, sollte aber nur durch qualifiziertes medizinisches Personal durchgeführt werden.

Wissenschaftliche Beratung

PD Dr. med PhD Christine Happle, Medizinische Hochschule HannoverDeutsches Zentrum für Lungenforschung

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie und Deutsche Gesellschaft für Pneumologie: Leitlinie für die Durchführung bronchialer Provokationstests mit Allergenen.
  • Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF): Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma – Langfassung, 3. Auflage, 2018, Version 1
  • Buhl, R. et al.: S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma, AWMF-Registernummer 020-009 

Letzte Aktualisierung: 24.02.2021