Ultraschall (Sonographie) der Lunge

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Der Ultraschall, oder die Sonographie oder Echographie, wie eine Ultraschall-Untersuchung auch genannt wird, ist ein bildgebendes Untersuchungsverfahren.

Mit Hilfe von Schallwellen, deren Frequenz jenseits des menschlichen Hörvermögens liegt (das heißt oberhalb von etwa 16.000 Hertz), werden Bilder des Körperinneren erzeugt. Diese können im medizinischen Alltag "live" auf einem Monitor betrachtet und Veränderungen an Geweben und Organen festgestellt werden.

Die Ausdrucke einzelner "eingefrorener" Bildschirmdarstellungen, also die Ultraschallbilder, bezeichnet man als Sonogramm.

Ultraschall-Untersuchung: Ablauf

Bei einer Ultraschall-Untersuchung wird der Hautbereich, der über dem zu untersuchenden Gewebe oder Organ liegt, zunächst mit einem wasserhaltigen Gel eingerieben. Das ist notwendig, damit sich bei der Sonographie keine Luft zwischen dem Schallkopf des Sonographie-Gerätes und der Haut befindet. Luft würde den Übergang der Schallwellen in den Körper beeinträchtigen und damit die Qualität des Ultraschall stark herabsetzen. Der Schallkopf dient zugleich als Sender und Empfänger der Ultraschallwellen.

Während der Ultraschall-Untersuchung wird er unter leichtem Druck fächerförmig in verschiedene Richtungen über die Haut bewegt und dabei das darunter liegende Gewebe aus verschiedenen Blickwinkeln auf dem Monitor betrachtet.

Die Bildinformationen werden im Computer aus dem Echo des Ultraschalls an Gewebeübergängen errechnet: Je größer die Dichteunterschiede zwischen den Geweben sind, desto mehr Schall wird beim Übergang vom einen in das andere Gewebe zurückgeworfen. Bereiche, die auf dem Bildschirm hell dargestellt sind, entsprechen einem starken Echosignal.

Die Sonographie liefert besonders gute Ergebnisse bei flüssigkeitsgefüllten beziehungsweise gut durchbluteten Organen. Beim Ultraschall der Lunge stört zwar die Luft in der Lunge, da aber zwischen Brust- und Rippenfell (Pleura) ein flüssigkeitsgefüllter Spalt liegt, eignet sich dieser Teil der Lunge – etwa 60 bis 70 Prozent der Pleura-Oberfläche – recht gut für die Ultraschalldiagnostik: So können krankhafte Veränderungen und Tumoren in diesem Areal entdeckt werden, außerdem lässt sich der Ablauf von Biopsien und Punktionen mit einem Ultraschall überwachen.

Keine Strahlenbelastung und vielseitig einsetzbar

Ein großer Vorteil der Sonographie besteht darin, dass im Gegensatz zu vielen anderen bildgebenden Verfahren die zu untersuchende Person keiner Strahlenbelastung ausgesetzt ist. Daher können auch Schwangere und Kinder ohne Bedenken mit Ultraschall untersucht werden und die Untersuchungen können beliebig oft wiederholt werden, zum Beispiel zur Nachkontrolle von Gewebeveränderungen.

 

 

Kurz erklärt:

Auch Schwangere und Kleinkinder können ohne Bedenken mit Ultraschall untersucht werden.

Ein weiterer Vorteil von Ultraschall-Untersuchungen: Die Patient:innen müssen während der Untersuchung nicht stillhalten – im Gegenteil, manche Bewegungen machen krankhafte Veränderungen im Ultraschall sogar besser sichtbar.

Darüber hinaus arbeiten die Ultraschallgeräte schnell und kostengünstig und sind daher weit verbreitet: Sonographien werden in jedem Krankenhaus und in sehr vielen medizinischen Praxen durchgeführt. Ärzt:innen aller Fachrichtungen, die entsprechend geschult wurden, dürfen sie anbieten. Die Ultraschall-Untersuchung ist mittlerweile fester Bestandteil jeder Facharztweiterbildung.

Dennoch: Ultraschallbilder richtig zu lesen und zu interpretieren, erfordert einiges an Erfahrung.

Sonderformen des Ultraschall

Eine Variante der Ultraschall-Diagnostik ist die sogenannte Endosonographie. Bei ihr wird der Schallkopf über Körperöffnungen in den Körper eingeführt, sodass die Ultraschallunteruchung von innen erfolgt.

Eine Endosonographie wird häufig bei Lungenerkrankungen eingesetzt: Dabei wird der Schallkopf mit einem Endoskop in die Speiseröhre eingeführt. Bei Bedarf entnehmen die Ärzt:innen unter Ultraschall-Kontrolle auch Gewebeproben.

Beim endobronchialen Ultraschall (auch EBUS abgekürzt) oder der endobronchialen Sonographie kombiniert man die Bronchoskopie mit der Sonographie: Das Bronchoskop ist zusätzlich mit einem Ultraschallkopf ausgerüstet und liefert daher nicht nur analog-optische, sondern auch sonographische Bilder der Atemwege. So können zusätzlich zu den Schleimhäuten auch die darunter liegenden Gewebebereiche, die Bronchialwände sowie Strukturen in der Umgebung der Lunge, wie zum Beispiel die Lymphknoten im Mediastinum (Mittelfell), dargestellt werden.

Auffälligkeiten und krankhafte Veränderungen lassen sich aufgrund der zusätzlichen Informationen mit größerer Sicherheit feststellen. Gegebenenfalls kann ohne erneuten Eingriff eine Gewebeprobe entnommen werden.

Quellen:

Letzte Aktualisierung: 23.08.2021

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