Lungenszintigraphie

Lungenszintigraphie Symbolbild einer Lunge
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Die Szintigraphie ist ebenfalls ein bildgebendes Untersuchungsverfahren. Über schwach radioaktive Substanzen, die in den Körper eingebracht werden - so genannte Radionuklide, Radiopharmakons oder Tracer -, können Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar gemacht werden.

Der Tracer zerfällt im Körper und setzt dabei Gammastrahlen frei. Diese Strahlen sind den Röntgenstrahlen ähnlich, besitzen allerdings noch etwas mehr Energie. Eine spezielle Kamera, die für diese Strahlen empfindlich ist, und ein daran angeschlossener Computer berechnen aus der Strahlenintensität die Bilder der gewünschten Körperregion.

Je nach Art des Gewebes reichert sich der Tracer unterschiedlich stark an: Tumoren und Metastasen speichern die radioaktive Substanz oft stärker, gelegentlich aber auch weniger stark als gesundes Gewebe. Daher lassen sie sich auf einem Szintigramm meist gut erkennen. Bei der Lungenszintigraphie können bestimmte Bahnen der Blut- und Luftversorgung dargestellt und so deren Funktion überprüft werden.

Perfusions- und Ventilations-Szintigraphie

Bei der Szintigraphie der Lungen sind die Perfusions- und die Ventilations-Szintigraphie die Standardmethoden. Zunächst wird meist eine Perfusions-Szintigraphie durchgeführt, mit der die Durchblutung der Lunge überprüft werden kann. Sind hier Störungen zu erkennen, wird zusätzlich eine Ventilations-Szintigraphie durchgeführt, mit der dann die Atemfunktion beurteilt werden kann.

Für die Perfusions-Szintigraphie wird der zu untersuchenden Person, während sie tief ein- und ausatmet, eine geringe Menge eines schwach radioaktiven Tracers in die Vene gespritzt. Die eigentliche Aufnahme erfolgt in Rückenlage und dauert bis zu 20 Minuten. Ist auch ein Ventilations-Szintigramm erforderlich, atmet die Person über einen Schlauch Luft ein, der eine geringe Menge eines anderen Tracers – ein radioaktives Edelgas, zum Beispiel Helium-3 – zugesetzt ist. Daraufhin wird die gleiche Aufnahme wie bei der Perfusions-Szintigraphie gemacht.

Auf der Aufnahme – dem sogenannten Szintigramm – ist das untersuchte Organ als diffuse Struktur zu erkennen, die sich aus sehr vielen kleinen Punkten zusammensetzt. Die Punkte entsprechen der Strahlung im Gewebe bzw. Organ. Je dichter die Punkte beieinander liegen, desto dunkler erscheint die entsprechende Region auf dem Bild, das heißt an dieser Stelle hat sich der injizierte bzw. inhalierte Tracer angereichert.

Kurz erklärt:

Durch die Lungenszintigraphie können sich Mediziner/innen ein Bild von der Durchblutung und Belüftung der Lunge machen.

Welchen Zweck hat die Lungenszintigraphie?

Durch Lungenszintigraphie kann sich die Ärztin oder der Arzt ein Bild von der Durchblutung („Perfusion“) und der Belüftung („Ventilation“) der Lunge machen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Teile dieses Organs wegen eines Tumors operativ entfernt werden müssen.

Die Untersuchung erlaubt in gewissen Grenzen eine Prognose, ob die verbleibenden Lungenteile ihre Aufgabe noch ausreichend erfüllen können. Werden bei der Ventilations-Szintigraphie beim Ein- und Ausatmen eine Serie von Aufnahmen gemacht, kann der Facharzt auch die Strömung in der Lunge und die Elastizität der Lunge beurteilen. Solche Anwendungen werden auch als Sequenzszintigraphie bzw. Funktionsszintigraphie bezeichnet.

Einsatz der Szintigraphie

Eine Szintigraphie kann nur in einer nuklearmedizinischen Praxis oder einem Krankenhaus durchgeführt werden. Die Untersuchung ist wenig belastend und wird in der Regel gut vertragen. Die Strahlenbelastung ist sehr gering, da nur kleine Mengen an Tracer für die Untersuchung notwendig sind. Sie liegt etwa in der Größenordnung einer Röntgenaufnahme und ist meist sogar etwas geringer als bei einer Computertomographie.

Auch bei Schwangeren ist eine Szintigraphie nicht grundsätzlich ausgeschlossen, allerdings sollte sie nur in dringenden Fällen durchgeführt werden. Ob sie möglich ist oder nicht, hängt unter anderem auch von der untersuchten Körperregion und dem verwendeten Tracer ab. Nutzen und Risiko einer solchen Untersuchung müssen von Fall zu Fall gegeneinander abgewogen werden.

GUT ZU WISSEN

Die Strahlenbelastung bei einer Szintigraphie ist sehr gering.

SPECT, die Einzelphotonen-Emissions-Computertomographie

Die Einzelphotonen-Emissions-Computertomographie (SPECT) ist eine Weiterentwicklung der Szintigraphie. Mit ihr lassen sich Organfunktionen darstellen. Die SPECT erlaubt es, den Körper Schicht für Schicht zu untersuchen und erzeugt damit exaktere Bilder als die normale (planare) Szintigraphie.

Bei der SPECT benutzt man eine für Gammastrahlen empfindliche Kamera mit einer oder mehreren Aufnahmeeinheiten, den Detektoren, die sich um den Patienten herum bewegen. Die Detektoren erzeugen überlagerungsfreie Schnittbilder. Dadurch sind zum Beispiel tief gelegene Tumorherde besser erkennbar und die Anreicherung des Tracers kann eindeutiger einem Organ zugeordnet werden.

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Quellen:

Letzte Aktualisierung:

26.03.2019

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