Fernsehbeitrag über künstliche Lunge ECMO

07. Jan 2014

Die Wach-ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung, ECMO) ist ein neues Verfahren, um bei schwerkranken Lungenpatienten die lebenswichtige Funktion der Lunge durch den Einsatz eines medizintechnischen Geräts zu unterstützen oder zu ersetzen. Bisher wurden Patienten mit schweren Lungenschäden, die an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen wurden, ins Koma versetzt. Der Norddeutsche Rundfunk brachte dazu vor einigen Wochen den Beitrag „Überleben mit künstlicher Lunge“ in der Sendung Visite.

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In besonders schweren Fällen verbringen Lungenpatienten, die auf ein neues Organ warten, die Zeit bis zur Transplantation an einer klassischen Herz-Lungen-Maschine, beatmet und im künstlichen Koma. Auf diese Weise werden die Organe entlastet, gleichzeitig baut der Patient aber immer weiter ab und die Erfolgsaussichten für die Transplantation und die Zeit danach können sich verschlechtern.

An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden Patienten mit schweren Lungenschäden mit der sogenannten extrakorporalen Membranoxygenierung, kurz ECMO, in wachem Zustand behandelt (extrakorporal = außerhalb des Körpers, Membranoxy­genierung=Sauerstoffaufnahme über eine Membran). Patienten, die mit dieser Therapie versorgt werden, sind wach, können essen und sich bewegen. Die Wartezeit bis zu einer Lungentransplantation kann so erfolgreicher überbrückt werden als bei einem herkömmlichen Beatmungsverfahren und auch nach der Transplantation sind die Überlebenschancen deutlich verbessert.

Mit der neuen Technik wird über eine Kanüle Blut aus dem Körper abgesaugt, außerhalb des Körpers mit einem sogenannten Membran-Oxygenator mit Sauerstoff angereichert, von Kohlendioxid befreit und über eine zweite Kanüle wieder eingeführt.

Doch der Anschluss an die Maschine birgt auch Risiken. Da die Patienten an viele Kanülenschläuche angeschlossen sind, kann es zu Infektionen kommen. Ferner muss das Blut verdünnt werden, damit es störungsfrei durch die Maschine hindurchläuft, wodurch es zu Blutungskomplikationen kommen kann.

Hier geht es zum Beitrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) vom 03.09.2013 in der Sendung Visite

Ein Video der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zum Thema finden Sie hier.

Quellen:

NDR.de: Überleben mit künstlicher Lunge. Fernsehbeitrag vom 03.09.2013

Medizinische Hochschule Hannover, Thoraxchirurgie: Extrakorporale Membranoxygenierung

Lungenärzte im Netz: Deutschland Rangspitze bei der Entwicklung des extrakorporalen Lungenersatzes. (Letzter Abruf 07.01.14)


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