Positionspapier

Lungenexperten fordern Umdenken bei Luftverschmutzung

17. Dez 2018

Um die Menschen in Deutschland vor den schädlichen Folgen der Luftverschmutzung zu schützen, ruft die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) aktuell zum Umdenken auf und fordert von den Regierungen mehr Maßnahmen für eine bessere Luftqualität. In ihrem aktuellen Positionspapier „Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit“ hat die Gesellschaft die aktuellen wissenschaftlichen Fakten zur Schadstoffbelastung zusammengefasst.

DGP Positionspapier für saubere Luft. Bild:  Abgase aus LKW-Auspuff.

© lesterman - Fotolia.com

Luftschadstoffe gefährden unsere Gesundheit – besonders die von Kindern, älteren und chronisch kranken Menschen, heißt es in der Pressemeldung zum Positionspapier der DGP. Studien hätten gezeigt, dass Feinstaub, Stickoxide und andere Schmutzpartikel nicht nur der Lunge schaden – auch für Herzinfarkt und Schlaganfall, Typ-2-Diabetes und Schwangerschaftsdiabetes, Demenz und weitere Erkrankungen wurden Zusammenhänge mit Luftschadstoffen entdeckt. Zwar seien die gemessenen Effekte zum Teil relativ klein, sagen die DGP-Experten. Im Ganzen sei es aber doch ein Gesundheitsproblem, das jeden Einzelnen betrifft und dem sich niemand entziehen kann.

„Kultur der Schadstoffvermeidung“

Die DGP sieht besonders die Regierungen von Bund, Land und Kommunen in der Pflicht und fordert Maßnahmen, um die Luftqualität zu verbessern. Dies könnten zum Beispiel sein:

  • Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs
  • Bessere Voraussetzungen für eine umfassende Fahrradmobilität
  • Förderung von Elektroautos und Carsharing-Modellen bis hin zu
  • Fahrverboten

Neben dem Verkehr seien aber auch andere Schadstoffquellen von Bedeutung, so sollte nach Ansicht der Pneumologen in die Entwicklung „sauberer“ Technologien für Industrie, Energieproduktion und Landwirtschaft investiert werden. Auch die Bürgerinnen und Bürgern müssten umdenken. Ihnen sollte bewusst sein, dass auch sie selbst Verantwortung für den Weg zur sauberen Luft tragen und dies aktiv leben müssen.

Schon kleine Maßnahmen können zudem helfen, Schadstoffe aktiv zu meiden: Mit dem Fahrrad vermehrt durch Nebenstraßen oder verkehrsberuhigte Bereiche fahren oder Ort und Zeit für sportliche Aktivitäten oder das Lüften in der Wohnung gezielt auswählen.

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Luftschadstoffe gefährden unsere Gesundheit – besonders die von Kindern, älteren Menschen und Erkrankten - Lungenärzte fordern gesellschaftliches Umdenken in Sachen Luftverschmutzung. Pressemitteilung vom 27. November 2018 

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit. Positionspapier vom 27.11.2018 


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