Chronisch obstruktive Lungenerkrankung

COPD: Schulungs-Programm verbessert Lebensqualität

29. Nov 2018

Erhalten COPD-Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt Unterstützung durch spezialisierte Pflegekräfte, kann dies ihre Lebensqualität verbessern und weitere Krankenhausaufenthalte reduzieren. Über das neu entwickelte Selbstmanagement-Programm BREATH berichteten amerikanische Forschende im Fachmagazin „The Journal of the American Medical Association“.

COPD-Schulungsprogramm. Symbolbild einer älteren Frau und einer Krankenschwester auf dem Sofa.

© Photographee.eu - Fotolia.com

Insgesamt nahmen 240 Betroffene mit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD, die wegen ihrer Erkrankung ins Krankenhaus eingewiesen wurden, an der Studie teil. Noch vor ihrer Entlassung wurden sie zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt weiterhin die Standardbehandlung (Kontrollgruppe), die andere nahm an dem speziell entwickelten Programm BREATH teil.

Im Rahmen von BREATH wurden die Teilnehmer*innen und ihre Angehörigen während der ersten drei Monate nach dem Krankenhausaufenthalt durch eine spezialisierte Pflegekraft unterstützt. Im Schnitt erhielten sie rund sechs Beratungstermine, entweder telefonisch oder durch Hausbesuche. Inhalt der individuell zugeschnittenen Beratung waren zum Beispiel Tipps zur

  • Einnahme von Medikamenten,
  • richtigen Anwendung der Inhalatoren,
  • Atemtechniken,
  • Behandlung von Symptomen.

Des Weiteren wurden auch allgemeine Probleme besprochen, mit denen Betroffene im Zuge ihrer Krankheit konfrontiert sind. So zum Beispiel der Zugang zur Pflege oder zu Fahrdiensten.

Rate an Krankenhausbesuchen halbiert

Die Auswertung der ersten sechs Monate nach dem Krankenhausaufenthalt zeigte positive Effekte des Selbstmanagement-Programms. So musste ein Teilnehmer der BREATH-Gruppe im Schnitt 0,72 Mal akut stationär oder ambulant behandelt werden, in der Kontrollgruppe waren es 1,4 Vorfälle pro Teilnehmer. Die Rate hat sich durch das Programm also halbiert. Auch die Lebensqualität - gemessen mit dem St. George’s Respiratory Questionnaire, kurz SGRQ - verbesserte sich. In der BREATH-Gruppe ging der Gesamtwert um 1,53 Punkte zurück, wohingegen er in der Kontrollgruppe um 5,44 Punkte anstieg. Der SGRQ-Fragebogen bewertet unter anderem auftretende Symptome, oder wie aktiv die Patienten sind. Kleinere Werte deuten auf eine bessere Lebensqualität hin.

Ein umfassendes Programm wie BREATH könne somit nicht nur den Alltag der Patienten verbessern, sondern auch das Risiko und die Kosten für Krankenhausaufenthalte reduzieren, schließen die Autoren. Im nächsten Schritt wollen sie das Programm unter anderen Rahmenbedingungen testen und auf weitere chronische Erkrankungen übertragen.

Quellen:
Johns Hopkins Medicine: Study: Self-Management Program for Patients with COPD Boosts Quality of Life, Cuts Rehospitalization Risk. Pressemeldung vom 20.11.2018

Aboumatar, H. et al.: Effect of a Program Combining Transitional Care and Long-term Self-management Support on Outcomes of Hospitalized Patients With Chronic Obstructive Pulmonary Disease. In: JAMA. Online publiziert am 12.11.2018 doi:10.1001/jama.2018.17933


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