Treffsicherheit bei der Diagnose von Lungenentzündungen unzureichend

24. Jul 2013

Lungenentzündungen werden in der Regel anhand einer ärztlichen Befragung und einer körperlichen Untersuchung des Patienten diagnostiziert. Wie niederländische Wissenschaftler jetzt feststellten, ist das diagnostische Vorgehen jedoch häufig ungenau, wodurch Erkrankungen unentdeckt bleiben können.

Frau mit starkem Husten

© aceshot/Fotolia.com

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler die Daten von 2810 Patienten in zwölf europäischen Ländern, die mit akutem Husten einen Hausarzt aufsuchten. Unabhängig von deren Diagnosestellung veranlassten die Mediziner bei allen Patienten eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs.

Bei einigen Patienten zeigte sich eine Diskrepanz zwischen klinisch (Anamnese und körperliche Untersuchung) und radiologisch (Röntgenaufnahme des Brustkorbs) diagnostizierten Lungenentzündungen. So ließ sich bei 140 Patienten (5 Prozent) anhand des Röntgenbildes eine Lungenentzündung nachweisen, aber nur 41 Patienten von ihnen (29 Prozent) hatte der Hausarzt anhand der klinischen Untersuchung  korrekt diagnostiziert. Umgekehrt waren insgesamt 31 Patienten, also etwa ein Prozent aller Studienteilnehmer, bei denen der Hausarzt eine Lungenentzündung mittels klinischer Diagnostik festgestellt hatte, zu Unrecht diagnostiziert.

„Zwar kamen Hausärzte und Radiologen in 95 Prozent der Fälle zum selben Ergebnis, die Mehrzahl der Pneumonien wurde ohne Bildgebung jedoch übersehen“, heißt es in der online-Ausgabe der Ärztezeitung. Sollten die Krankheitssymptome nicht abklingen, empfehlen die Wissenschaftler daher eine erneute Vorstellung des Patienten beim Hausarzt, um die gefährlichen Folgen einer anfangs unentdeckten Lungenentzündung zu begrenzen.


Quelle:

Ärztezeitung: Warum Hausärzte Pneumonien übersehen. - - online 29.01.2013 (Letzter Abruf: 24.07.2013)

Vugt, S. F. et al.: Diagnosing pneumonia in patients with acute cough: clinical judgment compared to chest radiography. In: Eur Respir J. 2013 Jan 24. [Epub ahead of print]


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