Schonende Beatmung bei akutem Lungenversagen

15. Mär 2013

Das akute Lungenversagen, auch als ARDS (acute respiratory distress syndrome) bezeichnet, kann verschiedenste Ursachen haben und ist eine gefürchtete Komplikation in der Intensivmedizin. Das Krankheitsbild ist äußerst schwierig zu behandeln, da eine künstliche Beatmung meist unumgänglich ist, ungünstige Beatmungseinstellungen jedoch zu einer weiteren Verschlimmerung führen können. Dieses Wissen hat zu einer Neuausrichtung der Beatmung bei ARDS geführt, der sogenannten lungenprotektiven Beatmung.

Foto: A.Tihonov/fotolia

Eine akute Lungenschädigung auf dem Boden einer pulmonalen Vorerkrankung kann zu einem akuten Lungenversagen mit einem deutlich eingeschränkten Gasaustausch führen. Die einzig lebensrettende Maßnahme ist eine künstliche Beatmung. Allerdings zeigte sich in der Vergangenheit eine erhöhte Sterblichkeit, die auf ungünstige Beatmungseinstellungen zurückzuführen war. Daher hat sich in der Beatmungsmedizin ein schonendes Vorgehen etabliert.

Dabei werden die Beatmungsdrücke so gering wie möglich gewählt, um das Lungengewebe vor einer übermäßigen Belastung zu schützen. Zudem befinden sich weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Sauerstoffzufuhr derzeit in der klinischen Prüfung. Eine Möglichkeit ist die High Frequency Oscillation (HFO), eine Beatmungsform mit einem hochfrequenten Gasfluss. Daneben stehen Gasaustausch-Methoden außerhalb des Körpers zur Wahl, ähnlich wie bei einer Blutwäsche. So früh wie möglich sollte die Spontanatmung des Patienten zugelassen und unterstützt werden, da diese die Sauerstoffaufnahme verbessert und negative Beatmungseffekte reduziert.


Quelle:

Bruells, C. et al.: Beatmung beim akuten Lungenversageni: Medizinische Klinik – Intensivmedizin und Notfallmedizin 2012/8: 596-602.

Springermedizin.de: Beatmung beim akuten Lungenversagen – Lungenprotektive Strategien (Letzter Abruf: 15.03.2013)


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