Neue Impfempfehlung gegen Keuchhusten

01. Aug 2012

Erwachsene sollten sich bei unzureichendem Impfschutz gegen Keuchhusten (Pertussis) entsprechend nachimpfen lassen. Dies ist eine der Neuerungen, die die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut in ihre aktuellen Impfempfehlungen aufgenommen hat.

Barbara Pheby/fotolia.com

Trotz kostenloser Impfmöglichkeit sind die Fallzahlen der früher als typische Kinderkrankheit bekannten Keuchhusteninfektionen mit dem Bakterium Bordetella pertussis in den letzten Jahren wieder angestiegen.

2011 wurden rund 4200 Keuchhustenfälle gemeldet. Eine Meldepflicht für Keuchhusten gibt es nur für die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Dabei ist auch eine Altersverschiebung zu beobachten. Es erkranken mittlerweile vor allem ältere Jugendliche und Erwachsene. Grund dafür ist der mit zunehmendem Alter abklingende Impfschutz, der nur für maximal fünf bis zehn Jahre anhält. Nach den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollten sich Jugendliche und insbesondere Erwachsene nach dem 18. Geburtstag noch mindestens einmal gegen Keuchhusten impfen lassen.

Der Impfschutz beginnt im Alter von zwei Monaten, komplettiert wird die Grundimmunisierung mit je einer Impfung im Alter von drei Monaten, vier Monaten und zwischen elf und vierzehn Monaten. Danach ist die rechtzeitige Auffrischung des Impfschutzes wichtig. Erwachsene, die an Keuchhusten erkrankt sind, stellen ein hohes Risiko für nicht geimpfte Säuglinge und Kleinkinder dar.

Problematisch beim Keuchhusten ist meist die richtige Diagnose, da die Symptome oft anderen Krankheiten wie Asthma oder chronischer Bronchitis zugeordnet werden. Die Erkrankung beginnt wie eine harmlose Erkältung mit Schnupfen und Husten. Im weiteren Verlauf treten die typischen, stoßweise erfolgenden Hustenanfälle (= Stakkatohusten) auf, die vor allem bei Säuglingen zu Atemnot führen können.

Eine Schutzimpfung gegen die Pertussis-Bakterien gibt es nicht als Einzelimpfstoff, geimpft wird in der Regel mit einem Kombinationspräparat gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), und Keuchhusten (DTP-Impfung).

Quellen:
Robert-Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin. 30. Juli 2012, Nr. 30 (Letzter Abruf 01.08.2012)

Deutsche Ärzte Zeitung: Pertussis vermehrt bei Erwachsenen. (Letzter Abruf: 01.08.2012)


zum Seitenanfang
Druckversion