Lungenentzündung bei Kindern: Ultraschall statt Röntgen

28. Feb 2013

Bei Verdacht auf eine Lungenentzündung kann bei Kindern die Diagnose mittels Ultraschalluntersuchung gestellt werden. Die Untersuchung ist breit verfügbar und vermeidet eine Strahlenbelastung, zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie amerikanischer Kinderärzte.

Kind wird von Ärztin untersucht

Bild: fotolia

Die Ärzte des Albert Einstein College of Medicine in New York untersuchten insgesamt 200 Patienten unter 21 Jahren, bei denen der Verdacht auf eine Lungenentzündung bestand. Bei 49 Patienten zeigten sich in der Ultraschalluntersuchung Hinweise für eine Lungenentzündung, bei 36 Patienten wurde der Verdacht radiologisch bestätigt. Dass im Ultraschall mehr Befunde für eine Lungenentzündung sprachen, könnte daran liegen, dass hier bereits kleinere Gewebsverdichtungen, ein typisches Merkmal entzündlicher Prozesse in der Lunge, dargestellt werden können. Im Röntgenbild fallen dagegen erst Verdichtungen ab einer Größe von 1-1,5 cm auf. Insgesamt erwies sich der Ultraschall in der durchgeführten Studie als eine gute und sichere Diagnosemöglichkeit für eine Lungenentzündung im Kindesalter.

Bezüglich der Treffsicherheit durch die untersuchenden Klinikärzteberichten die Wissenschaftler, dass diese bereits nach einer einstündigen Schulung in der Lage seien, Kriterien einer Lungenentzündung im Ultraschall zu erkennen.

Sowohl die Studienautoren als auch die Herausgeber der Fachzeitschrift, in der die Studie veröffentlicht wurde, kommen zu dem Schluss, dass der Ultraschall eine gute Alternative bzw. Ergänzung zur standardmäßigen Röntgendiagnostik bei Lungenentzündung biete. Vorteile des Schalls sind die gute Verfügbarkeit – auch im ambulanten Bereich – sowie die fehlende Strahlenbelastung.

Quelle:
Schumacher, B. (2013): Pneumonie-Verdacht beim Kind: schallen statt röntgen?  Springermedizin.de  vom 9.1.2013
(Shah, V.P. et al.Prospective Evaluation of Point-of-Care Ultrasonography for the Diagnosis of Pneumonia in children and Young Adults. In: Archives of Pediatrics and Adolescent Medicine 2012, 1-7. doi:10.1001/2013.jamapediatrics.107)


zum Seitenanfang
Druckversion