Zigarettenrauch-bedingtes Emphysem: neuer Therapieansatz

17. Sep 2014

Die Entstehung von Zigarettenrauch-bedingten Emphysemen und Lungenhochdruck kann durch Phosphodiesterase-Hemmer verhindert werden. Forscher des Universitätsklinikums Gießen-Marburg präsentierten Anfang September auf dem Jahreskongress der Europäischen Lungenmediziner (ERS) frühe Forschungsergebnisse. Das Klinikum ist einer der Partner im Deutschen Zentrum für Lungenforschung.

Bild:Goddeng

Bei Erkrankungen wie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD und Lungenhochdruck scheinen zelluläre Botenstoffe wie cGMP und cAMP in verringerter Konzentration vorzuliegen. Zwei Mechanismen regulieren die Konzentration dieser Botenstoffe. Das Enzym lösliche Guanylatcyclase (sGC) ist bei erkrankten Personen weniger aktiv, während das Enzym Phosphodiesterase (PDE) verstärkte Aktivität aufweist.

Die Gießener Arbeitsgruppe konnte bereits in früheren Arbeiten zeigen, dass eine Stimulierung des Enzyms sGC die Entstehung von Lungenerkrankungen wie Emphysem und Lungenhochdruck verhindern kann. Auf dem Lungenkongress in München präsentierten die Wissenschaftler nun Ergebnisse, die zeigen, dass eine Hemmung des Enzyms PDE ähnliche vorbeugende Effekte hat.  

Im Tiermodell entwickelten sich bei Belastung mit Zigarettenrauch und gleichzeitiger Behandlung mit PDE-Hemmern des Typs PDE4 oder PDE5 weder Emphyseme noch Anzeichen für Lungenhochdruck. Neue Erkenntnisse über die gefäßschützende Wirkung der Medikamente in der Langzeitbehandlung wurden gewonnen. Dies liefert interessante Ansatzpunkte für zukünftige Therapien.


Quellen:
Seimetz, M. et al.: Phosphodiesterase inhibitors as promising therapies for cigarette smoke-induced emphysema and pulmonary hypertension (PH) in mice. - Vortrag auf dem Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Lungenmedizin in München, 9. September 2014 (Letzter Abruf: 17.09.2014)

Weissmann, N. et al.:  Stimulation of Soluble Guanylate Cyclase Prevents Cigarette Smoke-induced Pulmonary Hypertension and Emphysema. In: Am J Respir Crit Care Med, 2014, 189:1359-1373.


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