Sauerstoff überbrückt Wartezeit auf Spenderorgan

22. Aug 2011

Die übliche mechanische Beatmung zur Überbrückung der Zeit, bis ein passendes Spenderorgan gefunden ist, ist bei manchen Patienten mit hohem Komplikationsrisiko keine Option. Die extracorporale Membranoxygenierung kann eine lebensrettende Alternative sein.

Sauerstoff

Bild: fotolia.com

Eine Lungentransplantation ist bei verschiedenen Lungenerkrankungen im Endstadium die einzige Option, das Leben der Patienten zu retten. Da nicht genügend Spenderorgane zur Verfügung stehen, muss die Zeit, bis eine passende Lunge gefunden ist, überbrückt werden. Üblicherweise werden beim Atemversagen die Schwerstkranken dann in Narkose über einen Schlauch in der Luftröhre beatmet. Wegen des hohen Risikos von Komplikationen und der geringen Erfolgsrate kommt eine solche mechanische Beatmung bei Patienten mit durch Lungenhochdruck bedingtem Organversagen aber oft nicht in Frage.

Eine alternative Methode wird seit einiger Zeit an der Medizinischen Hochschule Hannover eingesetzt. Bei der so genannten extracorporalen Membranoxygenierung (ECMO) wird das venöse Blut außerhalb des Körpers in einer Maschine mit Sauerstoff angereichert und dann ins arterielle Blutgefäßsystem zurück geleitet.

Bis zu 35 Tage Wartezeit vor der Transplantation konnten die Hannoveraner Ärzte in einer kleinen Fallstudie bei fünf Patienten mit Lungenhochdruck dank ECMO überbrücken. Ein Patient benötigte später aufgrund  von Blutungskomplikationen die herkömmliche Beatmung, vier wurden erfolgreich bis zur Verfügung eines Spenderorgans überbrückt.

Drei der transplantierten Patienten erholten sich in relativ kurzer Zeit vollständig von dem Eingriff. Dies schreiben die Forscher auch dem Umstand zu, dass die Schwerkranken die Zeit bis zur Operation wach waren, selbständig atmen, essen und trinken und sogar Physiotherapie machen konnten. Denn anders als die mechanische Beatmung erfordert die ECMO keine belastende Betäubung oder Sedierung.

Quelle:
Olsson, K.M et. al.: Extracorporal Membrane Oxygenation in Nonintubated Patients as Bridge to Lung Transplantation. In: American Journal of Transplantation 2010 No. 11, S. 1-6

 


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