Ozon beeinflusst Lungenentwicklung

10. Sep 2012

Ozonbelastungen in der frühen Kindheit verändern sowohl Timing als auch Muster im Wachstum der Lungenbläschen. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher in einer aktuellen Studie.

© Paula Becattini / Fotolia

Eine verminderte Lungenfunktion als junge Erwachsene, eine Verstärkung von asthmatypischen Umbauprozessen an den Atemwegen – Hinweise, dass Ozonbelastungen in den ersten Lebensjahren die Lunge schädigen können, gibt es viele. Erklärt wird dies nicht zuletzt damit, dass das Organ sich in dieser Zeit noch sehr stark entwickelt und deshalb besonders empfindlich auf Schadstoffe reagiert.

Wie genau sich anhaltend hohe Ozonkonzentrationen in der Atemluft auf die Entwicklungsprozesse des Atmungssystems auswirken, ist bislang kaum untersucht. Dieser Frage sind Mark Avdalovic von der University of California und sein Team jetzt in einer Studie an Rhesusaffen nachgegangen. Deren frühkindliche Lungenentwicklung läuft zwar in einem kürzeren Zeitraum ab als beim Menschen, doch die einzelnen Schritte und Vorgänge sind vergleichbar.

In den Versuchen wurde ein Teil der Tiere vom Ende des ersten Lebensmonats wiederholt an fünf aufeinander folgenden Tagen jeweils acht Stunden erhöhten Ozonkonzentrationen von 0,5 ppm ausgesetzt. Wie die Forscher feststellten, waren im Alter von drei Monaten ihre Lungenbläschen (Alveolen) größer und weniger zahlreich als bei Vergleichstieren, die bis dato nur normale Luft geatmet hatten. Mit sechs Monaten hatte sich die Zahl der Alveolen dann zwar wieder angeglichen, doch dieser Anstieg ging bei den Affen aus der Ozongruppe nicht mit einer verstärkten Sprossung der kleinen Blutgefäße, die die Lungenbläschen umgebenden, einher. „Das Einatmen von Ozon in der Kindheit verändert Erscheinungsbild und zeitliches Muster des Wachstums und der Reifung von Alveolen“, so das Fazit der Forscher.

Quelle:
Avdalovic. M.V. et al.: Ozone Exposure During the Early Postnatal Period Alters the Timing and Pattern of Alveolar Growth and Development in Nonhuman Primates. In: The Anatomical Record, 2012 Aug 13. doi: 10.1002/ar.22545. [Epub ahead of print]


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