Neuer Mukoviszidose-Biomarker

07. Mai 2012

Krebs, Diabetes, Rheuma – das Eiweiß mit dem Fachkürzel YKL-40 steht mit vielen Krankheiten in Zusammenhang. Dass das Protein auch als Biomarker bei Mukoviszidose dienen könnte, zeigt eine Studie, an der Wissenschaftler des Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) beteiligt waren.

Kristallstruktur von YKL-40. Quelle: Jena Library of Biological Macromolecules.

Oft sind es mehrere Forschungsergebnisse, die Wissenschaftler auf eine neue Idee bringen. So war bereits bekannt, dass der Gehalt an dem Eiweiß YKL-40 bei Patienten mit schwerem Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) ansteigt. Eine andere Studie hatte gezeigt, dass dieses Protein von neutrophilen Granulozyten freigesetzt wird. Diese zu den weißen Blutkörperchen gehörenden Immunzellen wandern bei Asthma und COPD ins Lungengewebe ein. Dort tragen sie maßgeblich zu dem Entzündungsgeschehen bei, das mit beiden Krankheiten einhergeht.

Genau diese neutrophilen Granulozyten infiltrieren aber auch die Lunge von Mukoviszidose-Patienten, was vermuten ließ, dass das von ihnen freigesetzte YKL-40 bei der schweren Erbkrankheit eine Schlüsselrolle spielen könnte. Diese Hypothese hat ein Forscherteam, dem auch Wissenschaftler der DZL-Standorte in München und Heidelberg angehörten, geprüft und bestätigt. Sie stellten sowohl im Blut als auch im Sputum von Mukoviszidose-Patienten erhöhte Werte des Proteins fest – bis zu 30-fach höher als das Niveau gesunder Vergleichspersonen. Außerdem bestand ein Zusammenhang zwischen der Höhe des YKL-40-Spiegels im Sputum und der Schwere der pulmonalen Obstruktion, das heißt der Verengung des Bronchialsystems. Anders gesagt: YKL-40-Wert und Lungenfunktion sind miteinander korreliert. Damit sei YKL-40 ein „potenzieller Biomarker“ der Lungenbeteiligung bei Mukoviszidose, so die Forscher.

Quelle:
Hector, a. et al.: The Chitinase-Like Protein YKL-40 Modulates Cystic Fibrosis Lung Disease. In: PLOS ONE, 2011, 6 (9): e24399

 


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