Grundlagenforschung

Dem Auslöser von idiopathischer Lungenfibrose auf der Spur

18. Jan 2018

Die Aktivität des Transkriptionsfaktors FoxO3 scheint bei der Entstehung von idiopathischer Lungenfibrose (IPF) eine wichtige Rolle zu spielen. Darauf deutet eine jüngst veröffentlichte Studie in der Fachzeitschrift ‚EMBO Molecular Medicine‘ hin. Die Ergebnisse könnten einen neuen Behandlungsansatz gegen Lungenfibrose darstellen.

Auslöser der Lungenfibrose - Comicstil: Lunge wird mit einer Lupe betrachtet.

© byemo - Fotolia.com

Die molekularen Zusammenhänge der Lungenfibrose sind noch wenig bekannt. Fest steht, dass es sich dabei um eine bislang unheilbare Lungenkrankheit handelt, die mit dem Verlust der Lungenfunktion einhergeht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim sind jetzt dem Auslöser der idiopathischen Lungenfibrose vielleicht einen Schritt näher gekommen.

Fibroblasten im Visier

Im Zentrum ihrer Arbeit standen Bindegewebszellen, sogenannte Fibroblasten. Diese bilden normalerweise das Stützgewebe der Lungenbläschen. In Lungenfibrose-Patienten sind die Fibroblasten jedoch so verändert, dass die Struktur des Bindegewebes geschädigt wird und sich die Lungenbläschen zunehmend auflösen. Die Betroffenen leiden dann unter Atemnot.

Das Forscherteam suchte in seiner Arbeit deshalb nach einem Faktor, der für die Veränderung der Fibroblasten verantwortlich ist. Hierfür verglichen sie Bindegewebszellen von Gesunden mit denen von Lungenfibrose-Patienten und stellten fest, dass ein bestimmtes Protein, der Transkriptionsfaktor FoxO3, in Patientenzellen sehr viel weniger aktiv war als in den Kontrollproben.

FoxO3-Aktivität wieder herstellen – neuer Therapieansatz?

Bei anschließenden Untersuchungen im Tiermodell war die FoxO3-Aktivität bei Mäusen mit einer Lungenfibrose ebenfalls niedriger als in der Kontrolle. Ein therapeutischer Ansatz könnte deshalb sein, die Aktivität von FoxO3 bei Patienten mit Lungenfibrose wiederherzustellen. Im Tiermodell führte dies zum Erfolg: Wurden Mäuse mit einer Lungenfibrose mit der Substanz UCN-01 behandelt, die FoxO3 aktiviert, bildeten sich die Symptome zurück und die Lungenfunktion verbessert sich. UCN-01 wird derzeit in klinischen Studien zur Tumortherapie getestet.

Ihre Studie zeige, dass bei der Entwicklung der idiopathischen Lungenfibrose eine niedrige FoxO3-Aktivität eine wichtige Rolle spiele, so die Autoren. FoxO3 könne deshalb auch einen guten Anknüpfpunkt für neue Therapieansätze zur Behandlung der Lungenfibrose darstellen. In weiteren Studien will das Team die Zusammenhänge weiter aufklären, um anschließend erste Untersuchungen an Patienten durchführen zu können. 

Quellen:

Al-Tamari, H.M. et al.: FoxO3 an important player in fibrogenesis and therapeutic target for idiopathic pulmonary fibrosis. In: EMBO Molecular Medicine, online publiziert am 7.12.2017

Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung: Einzelner Transkriptionsfaktor für idiopathische Lungenfibrose verantwortlich. Pressemitteilung vom 18.12.2017


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