Abstinente Raucher bitte zum Arzt

09. Jun 2011

Wenn Raucher aus heiterem Himmel nikotinabstinent werden, könnte dies auf einen beginnenden Lungentumor hinweisen.

Bild: Fotolia

Wenn Raucher aus heiterem Himmel nikotinabstinent werden, könnte dies auf einen beginnenden Lungentumor hinweisen. Dies zeigt eine Studie der Universität von Pennsylvania, für die die Wissenschaftler 115 Lungenkrebspatienten, allesamt langjährige Raucher, über ihren Tabakkonsum befragt hatten. Gut die Hälfte von ihnen hatte das Rauchen vor der Krebsdiagnose aufgegeben, im Schnitt 2,7 Jahre vorher. Nur elf Prozent der Patienten wiesen zu diesem Zeitpunkt bereits Symptome auf. Bisher war man davon ausgegangen, dass das häufig beobachtete Aufgeben des Rauchens mit ersten Beschwerden durch den Krebs zusammenhängt.

Besonders bemerkenswert ist auch, dass 31 Prozent der ehemaligen Raucher angaben, keinerlei Schwierigkeiten mit dem Aufhören gehabt zu haben, obwohl sie unverändert nikotinabhängig waren. Auch 38 Prozent der nicht abstinenten Patienten reduzierten ihren Tabakkonsum vor der Diagnose um mehr als fünfzig Prozent. Insgesamt stieg die Wahrscheinlichkeit, das Rauchen aufzugeben, kurz vor einer Lungenkrebsdiagnose stark an.

Die Wissenschaftler vermuten, dass der sich bildende Tumor Stoffe abgibt, die den Effekt des Nikotins nachahmen oder blockieren. Alternativ könnten solche Substanzen auch die Freisetzung von Dopamin beeinflussen, und so der Sucht entgegenwirken. Plötzliche Nikotinabstinenz könnte deshalb in Zukunft dabei helfen, Lungenkrebs bereits im Frühstadium zu erkennen. Dadurch ließen sich die Heilungschancen für Patienten steigern.

Quelle:
Campling, B. et al.: Spontaneous Smoking Cessation Before Lung Cancer Diagnosis;  Journal of Thoracic Oncology 2011, 6/3:517


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