COPD und Asthma

Mehr Krankenhausaufenthalte bei hoher Luftverschmutzung

14. Apr 2022

An Tagen mit erhöhten Werten an Stickstoffdioxid (NO2) in der Luft ist das Risiko, in ein Krankenhaus eingeliefert zu werden, für Menschen mit Asthma oder COPD (chronisch obstruktive Lungenkrankheit) deutlich erhöht. Darauf deuten Ergebnisse einer Studie aus Berlin hin, die im Fachjournal ‚Respiratory Research‘ veröffentlicht wurden.

© Philippe Ramakers - stock.adobe.com

Um die Zusammenhänge zwischen erhöhter Luftverschmutzung durch Stickstoffdioxid, Ozon oder Feinstaub und Krankenhauseinweisungen zu untersuchen, nutzten die Forschenden Daten des Berliner Krankenhauses Charité und des Luftgüte-Messnetzes der Stadt Berlin aus den Jahren 2005 bis 2015. Sie analysierten die täglichen Werte der Luftschadstoffe und untersuchten, wie viele Patient:innen mit Asthma bronchiale oder COPD jeweils ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

Ihr Ergebnis: Stieg die Stickstoffdioxid-Belastung um zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an, wurden an diesem Tag zehn Prozent mehr Asthma-Patient:innen und zwölf Prozent mehr COPD-Patient:innen ins Krankenhaus eingeliefert. Ein erhöhtes Risiko durch hohe Ozon- und Feinstaubkonzentrationen ergab die Studie nicht. Auch konnten die Forschenden keine Hinweise darauf finden, dass es an Tagen nach erhöhter Schadstoffbelastung zu mehr Krankenhauseinweisungen kam.

Das Reizgas Stickstoffdioxid entsteht zu großen Teilen durch den Straßenverkehr. Es werde regelmäßig gemessen und sei gut geeignet, um zu erfassen, wie stark die Bevölkerung durch Luftschadstoffe aus dem Verkehr belastet ist, betonen die Forschenden. Sie vermuten daher auch, dass die schädlichen Wirkungen, die sie in der Studie beobachtet haben, nicht allein auf die NO2-Konzentration zurückzuführen sind. Vielmehr könnten  auch andere Substanzen des Schadstoffgemischs durch den Verkehr eine Rolle spielen, die mit NO2 in Zusammenhang stehen.

Die Luft wird besser

Es gibt aber auch Gutes zu berichten: Durch verschiedene Maßnahmen zur Luftreinhaltung, zum Beispiel Dieselrußpartikelfilter, Ausweitung des Öffentlichen Nahverkehrs und mehr Radwege hat sich die Luft in Berlin bereits verbessert. So wurden im Studienzeitraum von 2005 bis 2015 die Grenzwerte für Stickstoffdioxid und für Feinstaub noch überschritten, berichtet das Forschungsteam. 2020 hingegen hätte es keine Grenzwertüberschreitungen mehr gegeben. Allerdings könnten hier auch die Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie eine Rolle spielen.

Dennoch sind die Studienautor:innen der Ansicht, dass sich die bisherigen Bemühungen um eine bessere Luftqualität bereits auszahlen. Auch um Menschen mit Atemwegserkrankungen zu schützen, sollten die Maßnahmen aber unbedingt fortgesetzt werden, fordern sie.

Quellen:

  • IASS Potsdam – Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung: Mehr Asthma-Patienten im Krankenhaus bei hoher Luftverschmutzung. Pressemeldung vom 4. April 2022 
  • Hoffmann, C. et al.: Asthma and COPD exacerbation in relation to outdoor air pollution in the metropolitan area of Berlin, Germany. In: Respiratory Research, 2022, 23, 64. 

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