Höheres Risiko für Schlafapnoe bei Asthmatikern

26. Mai 2015

Asthmatiker haben ein höheres Risiko schlafbezogene Atmungsstörungen zu entwickeln als Gesunde. Zu diesem Ergebnis kommt eine langjährige Bevölkerungsstudie, die Wissenschaftler der Universität Wisconsin durchgeführt haben. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht.

Wichtigste und häufigste Therapieform bei obstruktiver Schlafapnoe ist die Beatmungsmaske.

Bild:fotolia

Nächtliche Atmungsstörungen, im Fachjargon obstruktive Schlafapnoe (OSA) genannt, sind bei Asthmapatienten weiter verbreitet als unter Gesunden, das ist seit langem bekannt. Nicht klar war allerdings bisher, ob Asthma auch für die Entwicklung einer Schlafapnoe ursächlich sein kann.

Um dies herauszufinden befragten die US-amerikanischen Wissenschaftler insgesamt 547 Erwachsene, darunter 81 Teilnehmer mit der Diagnose Asthma. Alle vier Jahre verbrachten die Studienteilnehmer zudem eine Nacht im Schlaflabor, wo sie auf Schlafapnoe hin untersucht wurden. Zu Beginn des Studienzeitraums von insgesamt 25 Jahren litt keine/r der Teilnehmer/innen unter Schlafapnoe. Im Laufe der Studie entwickelten 27 Prozent der Asthmatiker und nur 16 Prozent der gesunden Studienteilnehmer eine Schlafapnoe. Das relative Risiko, mit einer Asthmaerkrankung eine Schlafapnoe zu bekommen, beträgt demnach rein rechnerisch 1,39, damit ist Asthma ein klarer Risikofaktor für Schlafapnoe. Noch deutlicher war in der Studie der Zusammenhang bei Asthmapatienten, die zusätzlich über Tagesmüdigkeit klagten.

Ein möglicher Grund für den Zusammenhang zwischen Asthma und Schlafapnoe, so die Vermutung der Wissenschaftler, könnte die Verengung der Atemwege im Bereich des Rachens oder die chronische Entzündung bei Asthma sein, die die oberen Atemwege dauerhaft schwächt. Zur Behandlung von obstruktiver Schlafapnoe wird häufig eine Beatmungsmaske verordnet, medizinisch als CPAP-Therapie (nasal Continuous Positive Airway Pressure) bezeichnet. Die Studienleiter empfehlen Asthmapatienten, von Anbeginn an auf nächtliche Atemstörungen zu achten, da die Schlafapnoe auch die weitere Asthmaerkrankung negativ beeinflussen könne.

Quelle:

Teodorescu, M. et al.: Association Between Asthma and Risk of Developing Obstructive Sleep Apnea. In: JAMA 2015, Vol  313(2):156-164

Ärzteblatt: Asthma erhöht Risiko für Schlafapnoe-Syndrom. Online veröffentlicht am 14. Januar 2015 (Letzter Abruf: 26.05.2015)

Heidelberger Schlaflabor: Obstruktive Schlafapnoe (OSA). (Letzter Abruf: 26.05.2015) 

Weiterführende Informationen:
Mediterrane Diät kann Schlafapnoe lindern


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