COPD-Entstehung

Warum erkranken kleine Lungen öfter?

09. Feb 2017

Forscher des internationalen SpiroMeta Konsortiums haben 43 neue Gene gefunden, die wahrscheinlich an der Entstehung der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD beteiligt sind. Viele davon könnten auf lange Sicht für die Entwicklung neuer Therapieansätze genutzt werden. Zudem lässt sich anhand der Gene das Risiko für COPD vorhersagen. Die Studie wurde in ‚Nature Genetics‘ veröffentlicht.

Foto: @hywards/ fotolia

Lungenerkrankungen sind nach wie vor eine große gesundheitliche Herausforderung für unsere Gesellschaft. Allein COPD ist die dritthäufigste Todesursache weltweit. Um effiziente Therapien zu entwickeln, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler daran, die grundlegenden Mechanismen in der Lunge zu verstehen. Forscher des internationalen SpiroMeta Konsortiums haben über Jahre hinweg zahlreiche Bereiche im Erbgut ermittelt, die für die Funktion der Lunge eine Rolle spielen.  Es handelt sich demnach um die weltgrößte Studie zur Genetik von Lungenerkrankungen.

In der aktuellen Arbeit des Konsortiums, unter Federführung der Universität Leicester, ergaben sich genetische Hinweise, warum kleine Lungen ein erhöhtes Risiko für Lungenerkrankungen darstellen. Die Forscher konnten Genvarianten identifizieren, die unter anderem an der Lungenentwicklung beteiligt sind und mit einer geringeren Lungenfunktion in Verbindung stehen. Zudem  tragen die Träger dieser Genvarianten ein erhöhtes Risiko an COPD zu erkranken.

Für die Studie wurden genetische Daten von 49.000 Probandinnen und Probanden mit sehr unterschiedlichen Lungenfunktionswerten untersucht. Die dabei gefundenen Genkandidaten wurden in einer zweiten Phase anhand von Daten weiterer gut 95.000 Probandinnen und Probanden aus der ‚UK Biobank‘ überprüft. Die Forscher konnten so 43 neue Kandidatengene, also Gene, die an der Entstehung von COPD sehr wahrscheinlich beteiligt sind, identifizieren. Bisher waren nur 54 Kandidatengene bekannt. Die Zahl hat sich somit fast verdoppelt.

Künftig, so hoffen die Autoren, könnte man diese Gene nutzen, um neue Therapieansätze zu entwickeln. Für manche der Gene seien bereits Wirkstoffe in der Entwicklung. 

Quellen:

Helmholtz Zentrum München: Auf die Größe kommt es an - Warum kleine Lungen öfter erkranken. Pressemitteilung vom 07.02.2017

University of Leicester: World lung health study allows scientists to predict your chance of developing deadly disease. Pressemitteilung vom 06.02.2017

Wain et al.: Genome-wide association analyses for lung function and chronic obstructive pulmonary disease identify new loci and potential druggable targets. In: Nature Genetics. Publiziert am 6. Februar 2017. doi:10.1038/ng.3787


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