Lungenfibrose

Pneumologische Reha bei interstitiellen Lungenkrankheiten

22. Apr 2021

Eine pneumologische Rehabilitation verbessert wahrscheinlich die körperliche Leistungsfähigkeit, die Symptome und die Lebensqualität von Menschen mit interstitiellen Lungenerkrankungen (ILD) wie Lungenfibrose oder Sarkoidose. Zu diesem Ergebnis kommt das unabhängige Cochrane-Netzwerk in einer Auswertung von 16 Einzelstudien.

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Auch wenn für viele chronische Lungenerkrankungen bereits ein positiver Einfluss einer pneumologische Rehabilitation (PR) bekannt ist, so gibt es bislang nur wenig Informationen zur Wirksamkeit der PR bei interstitiellen Lungenkrankheiten (ILD). Die Forschenden analysierten daher die aktuelle Studienlage zum Thema und legten dabei auch ein besonderes Augenmerk auf die idiopathische Lungenfibrose (IPF).

In die Metaanalyse schlossen sie 16 Studien mit insgesamt 675 Personen mit IPF, Sarkoidose oder einer anderen interstitiellen Lungenkrankheit ein. Rund die Hälfte der Teilnehmenden erhielt eine pneumologische Reha, die andere Hälfte bildete die Kontrollgruppe. Alle Reha-Programme bestanden aus Ausdauertraining, wie Steppen, Gehen oder Radfahren. Einige beinhalteten zusätzlich Kraftübungen. Die meisten Programme wurden ambulant durchgeführt und dauerten acht bis zwölf Wochen.

Die wichtigsten Ergebnisse: Unmittelbar nach der PR schafften die Teilnehmenden im Sechs-Minuten-Gehtest im Durchschnitt 40 Meter mehr, als diejenigen, die keine pulmonale Rehabilitation erhielten. Zudem verbesserte sich ihre maximale körperliche Leistungsfähigkeit und sie berichteten über weniger Kurzatmigkeit und eine verbesserte Lebensqualität. Bei Menschen mit IPF wurden vergleichbare Verbesserungen festgestellt.

Auch langfristig zeigen sich positive Effekte

Sechs bis zwölf Monaten nach der Reha konnten die PR-Teilnehmenden im Gehtest noch immer weiter gehen (im Durchschnitt 37 Meter) als jene, die keine PR durchgeführt hatten. Und sie berichteten weiterhin über eine gewisse Verbesserung der Kurzatmigkeit und der Lebensqualität. Bei Menschen mit IPF war es auf Grundlage der verfügbaren Studienergebnisse allerdings weniger sicher, ob die Verbesserungen langfristig erhalten bleiben. Insgesamt beschrieb keine Studie irgendwelche Nebenwirkungen der PR.

Die Cochrane-Expertinnen und –Experten kommen daher zu dem Schluss, dass Menschen mit interstitiellen Lungenkrankheiten, einschließlich derer mit IPF, von einer pneumologischen Rehabilitation profitieren können und die Maßnahmen sicher sind. Zukünftige Studien sollten jedoch erforschen, wie die positiven Effekte, besonders bei Menschen mit IPF, möglichst lange erhalten werden können. Und welche Trainingsmethoden den größten Nutzen erzielen.

Quelle:

  • Dowman, L. et al.: Pulmonary rehabilitation for interstitial lung disease. In: Cochrane Database of Systematic Reviews, 01. Februar 2021 

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