Asthmarisiko bei Kindern

Paracetamol in der Schwangerschaft könnte Asthmarisiko erhöhen

31. Mär 2016

Norwegischen Wissenschaftlern zufolge erhöht Paracetamol während der Schwangerschaft möglicherweise das Asthmarisiko des Kindes. Unklar war bislang, ob der Risikoanstieg auf der Paracetamoleinnahme direkt oder auf anderen Faktoren beruht, wie etwa der zugrundeliegenden Erkrankung. Die Untersuchung, die im Fachblatt ‚International Journal of Epidemiology‘ veröffentlicht wurde, zeigt nun, dass tatsächlich der Wirkstoff selbst verantwortlich sein könnte.

Erhöht das Schmerzmittel Paracetamol das Asthmarisiko?

© unpict / Fotolia.com

Bei Paracetamol handelt es sich um ein häufig eingesetztes Arzneimittel bei Schwangeren und Kindern, es wird bei Fieber und Schmerzen eingenommen. Ein Zusammenhang zwischen Paracetamol und Asthma war bereits bekannt, nicht aber, worauf genau der Risikoanstieg beruht. Für ihre Analyse untersuchte das Team um Maria Magnus vom Public-Health-Institut in Oslo nun 114.500 Kinder der norwegischen Mutter-Kind-Kohortenstudie MoBa.

Es zeigte sich, dass sich das relative Asthmarisiko bei Kindern im Alter von drei bis sieben Jahren um 13 beziehungsweise 29 Prozent erhöhte, wenn sie im Mutterleib oder in den ersten sechs Lebensmonaten mit Paracetamol in Kontakt kamen. Dieser Effekt war unabhängig von den Beschwerden, gegen die Paracetamol eingenommen wurde. Im Alter von drei Jahren entwickelten 5,7 Prozent der Kinder Asthma, im Alter von sieben Jahren waren es 5,1 Prozent. Zusätzlich berücksichtigten die Studienautoren die Paracetamoleinnahme der Mütter außerhalb der Schwangerschaft, um eine Verzerrung durch genetische Faktoren auszuschließen. Auch ein Paracetamol-Gebrauch des Vaters wurde untersucht. Beides wirkte sich nicht auf das Asthmarisiko der Kinder aus.

Die Autoren sind sehr darauf bedacht zu betonen, dass ihre Studienergebnisse keine Änderung der Empfehlungen zur Paracetamol-Anwendung in der Schwangerschaft rechtfertigen. Sie verweisen darauf, dass bislang nur Beobachtungsstudien zu dieser Fragestellung vorliegen und daher weitere, spezifische Studien notwendig sind, um den Zusammenhang stichhaltig zu belegen.

Quellen:

Magnus, M. C. et al.: Prenatal and infant paracetamol exposure and development of asthma: the Norwegian Mother and Child Cohort Study. In: International Journal of Epidemiology, first published online February 9, 2016, doi: 10.1093/ije/dyv366


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