Genanalysen

Nichtraucher und trotzdem COPD?

11. Mär 2019

Warum erkranken Menschen an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD, obwohl sie in ihrem Leben niemals geraucht haben? Zu dieser Frage konnten Forschende jetzt neue Hinweise finden. Ihre Ergebnisse zeigen auch, warum manche Raucher ein höheres COPD-Risiko tragen als andere.

COPD Risiko. Hand wehrt eine Schachtel Zigaretten ab.

© vchalup - Fotolia.com

Rauchen ist der größte Risikofaktor für die Entstehung einer COPD. Trotzdem hat etwa eine von fünf Personen, die von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung betroffen ist, nie geraucht. Auf der anderen Seite entwickeln zahlreiche Raucher  nie eine COPD. Warum das so ist, darüber gibt es bis heute nur wenige Erkenntnisse. Englische Forschende sind der Frage nun genauer nachgegangen.

Während ihrer zweijährigen Studie analysierten sie das Erbgut von mehr als 400.000 Personen und fanden dabei rund 20 Millionen Unterschiede in der DNA. Diese verglichen sie anschließend mit Lungenfunktionsmessungen der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer. So konnten sie schließlich 279 Genvarianten identifizieren, die die Lungengesundheit und die Entstehung einer COPD beeinflussen. 139 davon waren bisher unbekannt. Die Genunterschiede entscheiden zusätzlich zum Rauchen über das persönliche Risiko die Krankheit zu entwickeln.

Gene beeinflussen COPD-Risiko

Anhand der Zahl der DNA-Unterschiede teilten die Forschenden die Studienteilnehmer in zehn verschiedene genetische Risikogruppen ein. In der höchsten Risikogruppe entwickelten acht von zehn Rauchern COPD. Menschen, die nie geraucht haben, hatten insgesamt ein sehr viel geringeres Risiko. Trotzdem erkrankten aber in der höchsten genetischen Risikogruppe immer noch rund zwei von zehn Nichtrauchern an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung.

Ihre Studie liefere wichtige Hinweise darauf, warum manche Menschen COPD entwickeln und andere nicht, so die Studienautoren. So könne man besser verstehen, warum auch Personen erkranken, die noch nie geraucht haben. Zudem scheinen Raucher neben dem erhöhten Risiko des Tabakkonsums ein ähnliches Muster genetischer Risikofaktoren zu haben. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hoffen, dass die genetischen Unterschiede, die sie in ihrer Studie gefunden haben, langfristig zur Entwicklung neuer Therapien beitragen können, die sowohl Rauchern als auch Nichtrauchern helfen.

Quellen:
Schrine, N. et al.: New genetic signals for lung function highlight pathways and chronic obstructive pulmonary disease associations across multiple ancestries. In: Nature Genetics, 51 (2019)

University of Leicester: New clues about why non-smokers, as well as smokers, develop chronic lung disease revealed. Pressemitteilung vom 25.2.2019


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