Neugeborenen-Screening

Mukoviszidose-Test verbessert Ernährungsstatus der Babys

15. Mai 2017

Die Einführung des Neugeborenen-Screenings auf Mukoviszidose bringt deutliche Vorteile für die betroffenen Babys. Eine amerikanische Studie zeigt, dass durch die frühzeitige Diagnose der Krankheit viele Kinder bereits nach einem Jahr ein normales Körpergewicht erreichen können. Dies war vor der Einführung des Mukoviszidose-Tests nicht der Fall. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift ‚JAMA Pediatrics‘ veröffentlicht.

Mukoviszidose-Test verbessert Ernährung bei Babys. Bild: Frau schaut auf schlafendes Baby im Kinderbett.

Foto: ©Petro Feketa/Fotolia.com

Mukoviszidose, die auch cystische Fibrose genannt wird, ist eine der häufigsten angeborenen Stoffwechselerkrankungen. In Amerika werden alle Babys nach der Geburt routinemäßig auf die Erkrankung getestet. Seit 2016 gibt es diesen flächendeckenden Mukoviszidose-Test auch in Deutschland. Vor Einführung des Neugeborenen-Screenings wurde die Erkrankung oft erst diagnostiziert, wenn sich bei den Kindern Mangelernährung und Wachstumsstörungen zeigten.

In der Baby Observational and Nutrition Studie (BONUS) haben amerikanische Wissenschaftler jetzt untersucht, wie sich eine frühe Mukoviszidose-Diagnose und frühe Behandlung durch Nahrungsergänzung auf das Gewicht und das Wachstum der Babys auswirkt. Die Daten wurden zwischen 2012 und 2015 bei regelmäßigen Kontrollterminen in den ersten zwölf Lebensmonaten der Kinder erhoben. 231 Kinder unter 3,5 Monaten mit positivem Mukoviszidose-Test wurden in die Studie eingeschlossen.

Mukoviszidose beeinflusst Geburtsgewicht und Körpergröße

Die Babys mit Mukoviszidose zeigten ein geringeres Geburtsgewicht. Innerhalb von zwölf Monaten erreichten sie jedoch bereits Normalgewicht und waren genauso schwer wie gesunde Kinder. Die Ernährungsweise hatte in der aktuellen Studie keinen Einfluss auf die Verbesserung des Körpergewichts. Die Babys erreichten das Normalgewicht unabhängig davon, ob sie gestillt wurden oder Ersatzmilchnahrung bekamen.

Im Gegensatz zum Gewicht war die Körpergröße der Kinder mit Mukoviszidose in der BONUS-Studie bei der Geburt erhöht. Mit durchschnittlich 50,8 cm waren sie größer als gesunde Babys. Diesen Vorsprung konnten sie jedoch nicht halten. Bereits nach drei Monaten erreichten sie nur noch unterdurchschnittliche Körpergrößen. Nach Aussage der Autoren scheint sich die frühzeitige Gabe von ergänzenden Enzymen und Nährstoffen somit besonders gut auf die Entwicklung des Körpergewichtes der Kinder auszuwirken, nicht aber auf das Längenwachstum.

Auffällig war auch, dass der insulinähnliche Wachstumsfaktor IGF-I vor allem bei den kleinsten und leichtesten Kindern der BONUS-Studie signifikant erniedrigt war. Weitere Studien sollten deshalb untersuchen ob auf genetischer Ebene eventuell ein Zusammenhang mit dem Cystic Fibrosis Transmembrane Conductance Regulator (CFTR) besteht, so die Wissenschaftler.

Was ist Mukoviszidose?

Das CFTR-Gen reguliert die Leitfähigkeit der Zellmembranen und so den Salzhaushalt der Zellen. Ein Defekt in diesem Gen ist die Ursache für Mukoviszidose und führt zur Bildung von zähem Schleim, der die Funktion vieler verschiedener Organe beeinträchtigen kann.  Die Symptome können daher bei Menschen mit Mukoviszidose sehr unterschiedlich sein und auch ihre Lebenserwartung stark beeinflussen.

Quellen:

Springer Medizin: Screening auf zystische Fibrose verbessert Ernährungssituation. 3. Mai 2017

Leung D H. et al. Effects of Diagnosis by Newborn Screening for Cystic Fibrosis on Weight and Length in First Year of Life. In: JAMA Pediatrics 2017; Online 24. April 2017


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