Personalisierte Medizin

Molekulare Diagnostik bei Lungenkrebs

07. Feb 2019

Heidelberger Forschende zeigen in einer Studie, dass eine kombinierte DNA- und RNA-Analyse bei Lungenkrebs seltene Mutationen, Patienten-Subgruppen und Hochrisikopatienten schnell und zuverlässig bestimmen kann. So könnte die Routinediagnostik verbessert und zielgenaue Therapien ermöglicht werden.

NGS bei Lungenkrebs - Grafik eines DNA-Strangs

© Zffoto - Fotolia.com

Neue zielgerichtete Krebstherapien, also Medikamente, die sich gezielt gegen Tumorzellmerkmale richten und dadurch deren Wachstum bremsen, entwickeln sich rasant. Allerdings können diese Behandlungsansätze nur dann erfolgreich sein, wenn sie passgenau auf den Tumor zugeschnitten sind. Entscheidend ist es daher, die Tumormerkmale jedes einzelnen Patienten möglichst schnell und präzise zu bestimmen.

In der aktuellen Studie wurden Gewebeproben von 3.000 Patienten mit fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mittels Next-Generation-Sequencing untersucht. Hierbei werden Millionen von DNA- und RNA-Fragmenten gleichzeitig analysiert. Mit Hilfe der DNA-Analyse kann zum Beispiel entschieden werden, welche zielgerichtete Therapie für einen Patienten in Frage kommt. Zudem ermöglicht sie auch eine verbesserte Prognoseabschätzung. Mittels der RNA-Sequenzierung können sogenannte Genfusionen untersucht werden. Dies sind Veränderungen, die das Tumorwachstum vorantreiben. Diese Analyse sei im Gegensatz zu herkömmlichen Diagnoseverfahren genauer, weil damit exakt die Gene bestimmt werden können, die im Patienten auch tatsächlich aktiv sind, so die Autoren.

„Tiefer Blick in die molekularen Grundlagen der einzelnen Tumore“

Anhand der neuen Diagnosemethode, die weit über aktuelle internationale diagnostische Standards und Leitlinien hinausgeht, konnten die Forschenden Hochrisikopatienten frühzeitig erkennen, die Behandlung verbessern und Hinweise auf neue Therapieansätze gewinnen. Vorteil der Methode ist unter anderem auch, dass gegenüber der bisher angewendeten Diagnostik nur kleinste Probenmengen benötigt werden und die Untersuchung  schneller und kostengünstiger durchzuführen ist. Zukünftig könnte so die Routinediagnostik verbessert werden.

Die weltweit größte Studie zur kombinierten genetischen Analyse von DNA und RNA im Rahmen der Routinediagnostik des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) wurde in der Fachzeitschrift „International Journal of Cancer" veröffentlicht.

Quellen:

Universitätsklinikum Heidelberg: Molekulare Diagnostik bei 3.000 Lungenkrebs-Patienten: Behandlung passgenau zuschneiden. Pressemitteilung vom 31.01.2019 

Volckmar, A. L. et al.: Combined targeted DNA and RNA sequencing of advanced NSCLC in routine molecular diagnostics: Analysis of the first 3,000 Heidelberg cases. In: International Journal of Cancer 2019 doi: 10.1002/ijc.32133.


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