Asthma bronchiale

Mepolizumab als Zusatztherapie bei schwerem eosinophilem Asthma

08. Mai 2017

Verbessert der monoklonale Antikörper Mepolizumab als Zusatztherapie die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Menschen mit schwerem eosinophilem Asthma? Dieser Frage gingen amerikanische Forscher in einer aktuellen Studie nach. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift ‚The Lancet‘.

Mepolizumab als Zusatztherapie bei schwerem eosinophilem Asthma. Bild: Computeranimierte Darstellung von Antikörpern und Blutzellen.

Foto: ©fotoliaxrender/ fotolia.com

Durch eine Überproduktion von bestimmten weißen Blutkörperchen, den eosinophilen Granulozyten, entsteht bei Menschen mit eosinophilem Asthma eine chronische Entzündung in der Lunge. Schlägt die Standardtherapie mit Kortikosteroiden nicht an, kann die Erkrankung zusätzlich auch mit monoklonalen Antikörpern, zum Beispiel Mepolizumab, behandelt werden. Mepolizumab bindet den entzündungsfördernden Botenstoff Interleukin 5 (IL-5) und verhindert dessen Funktion, wodurch weniger eosinophile Granulozyten produziert werden und die chronische Entzündung herunterreguliert wird.

Studie an 551 Personen aus 19 Ländern

Eine amerikanische Studie hat nun untersucht, wie eine Behandlung mit Mepolizumab die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Betroffenen mit schwerem eosinophilem Asthma beeinflusst. An der Phase IIIb-Studie nahmen insgesamt 551 Personen ab 12 Jahren mit eosinophilem Asthma aus insgesamt 19 Ländern teil. Über einen Zeitraum von 24 Wochen erhielten die Studienteilnehmer alle vier Wochen entweder ein Placebo oder 100 Milligramm des Antikörpers Mepolizumab zusätzlich zur Standardtherapie. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Teilnehmer wurde mit dem sogenannten St. Georges Respiratory Questionnaire (SGRQ) bewertet, einem Fragebogen mit dessen Hilfe eingeschätzt werden kann, wie sehr eine chronische Erkrankung der Atemwege die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt.    

Weniger Symptome und bessere Lebensqualität

Die Auswertung der Studie ergab, dass sich die gesundheitsbezogene Lebensqualität der Probanden durch den Antikörper Mepolizumab innerhalb der 24 Wochen deutlich verbesserte, verglichen mit dem Placebo. Im Detail hatten die Studienteilnehmer weniger Symptome, waren seltener außer Atem, und auch das tägliche Leben war weniger eingeschränkt, wenn sie Mepolizumab erhielten. Diese positiven Veränderungen zeigten sich bereits nach 12 Wochen und hielten bis zum Ende der Studie an. Eine solch schnelle und anhaltende Verbesserung durch Mepolizumab konnte bisher in keiner Studie zu diesem Antikörper gezeigt werden, so die Forscher. Wie bereits in früheren Studien ging auch die Zahl der Exazerbationen unter Mepolizumab zurück, und die Zahl an unerwünschten Wirkungen entsprach dem des Placebos.

Mepolizumab als Zusatztherapie bei schwerem Asthma

Diese neuen und erneut positiven Ergebnisse einer Behandlung mit Mepolizumab sprächen weiterhin dafür, den Antikörper als mögliche Zusatztherapie bei schwerem eosinophilem Asthma einzusetzen, sagen die Wissenschaftler. Eine Einschränkung der Studie sei jedoch die relativ kurze Dauer über nur 24 Wochen. Deshalb seien weitere und vor allem längere Studien sinnvoll, um die Wirkungen  und Veränderungen durch Mepolizumab langfristig besser zu verstehen. Die Studie wurde von der pharmazeutischen Industrie finanziell unterstützt.

Quelle:

Chupp, G. L. et al.: Efficacy of mepolizumab add-on therapy on health-related quality of life and markers of asthma control in severe eosinophilic asthma (MUSCA): a randomised, double-blind, placebo-controlled, parallel-group, multicentre, phase 3b trial. In: The Lancet, 5. April 2017


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