Gemeinsamer Bundesausschuss

Lungenvolumenreduktion bei schwerem Lungenemphysem

28. Jan 2021

Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat den Nutzen einer Lungenvolumenreduktion bei schwerem Lungenemphysem bewertet. Für die Versorgung von schwer kranken Patientinnen und Patienten soll es damit eine größere Klarheit sowohl über die Behandlungsmöglichkeiten als auch über die erforderlichen Qualitätsstandards geben.

© WindyNight - AdobeStock

Die Behandlungsmöglichkeiten bei schwerem Lungenemphysem sind derzeit sehr begrenzt. In bestimmten Fällen kann eine Lungenvolumenreduktion (LVR) Patientinnen und Patienten das Atmen erleichtern, indem das funktionslose, überblähte Lungengewebe operativ entfernt oder verringert wird. Die dafür im Moment in Frage kommenden fünf verschiedenen LVR-​Methoden hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hinsichtlich ihres Nutzens bewertet und zudem einen Beschluss zur Qualitätssicherung bei bronchoskopischen LVR gefasst, der zum 22. Januar 2021 in Kraft trat.

Für den Behandlungserfolg einer bronchoskopischen LVR müssen passende Patientinnen und Patienten zunächst sorgfältig ausgewählt werden, eine weitere Voraussetzung dafür ist eine engmaschige Nachsorge. Mit dem aktuellen Beschluss hat der G-BA nun verbindliche Anforderungen festgelegt, die Krankenhäuser erfüllen müssen, um ihre Patientinnen und Patienten nicht in Gefahr zu bringen.

Welches LVR-Verfahren nutzt bei schwerem Lungenemphysem?

In seinem Gesamt-Bewertungsverfahren zur LVR konnte der G-BA drei Methoden der Lungenvolumenreduktion als stationäre Leistung der gesetzlichen Krankenkasse bestätigen:

  • die chirurgische LVR
  • die bronchoskopische LVR durch Einsetzen von Ventilen
  • die bronchoskopische LVR durch Einsetzen von Coils

Alle LVR-​Methoden – sowohl die chirurgische als auch die bronchoskopischen – zielen darauf ab, das Volumen der funktionslosen Lungenabschnitte zu verringern, um so den Gasaustausch über die weniger betroffenen Lungenbereiche zu verbessern.

Für die bronchoskopische Lungenvolumenreduktion unter Einsatz von Thermoablation (mit heißem Wasserdampf) konnte der G-BA zwar feststellen, dass die Methode das das Behandlungsspektrum z erweitern könnte, ausreichend sichere Nutzenbelege liegen derzeit jedoch noch nicht vor. Das Verfahren soll daher in weiteren Studien untersucht werden.

Lesen Sie hier mehr zur Lungenvolumenreduktion

Quelle:

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Welches Verfahren nutzt bei schwerem Lungenemphysem? G-BA schließt Beratungen ab. Pressemeldung vom 15. Oktober 2020 


zum Seitenanfang
Druckversion