Lungenfibrose: Risikofaktoren

Idiopathische Lungenfibrose: Erhöhen virale Infekte das Risiko?

28. Nov 2019

Chronische Virusinfektionen könnten das Risiko erhöhen, an idiopathischer Lungenfibrose (IPF) zu erkranken, so das Ergebnis einer Meta-Analyse, die in der Fachzeitschrift „Chest“ veröffentlicht wurde.

Grafik eines Virus.

Erhöhen Virusinfektionen das Risiko für Lungenfibrose? ©psdesign1 - Fotolia.com

Die idiopathische Lungenfibrose (IPF) ist eine chronische, fortschreitende Lungenerkrankung, bei der das Lungengewebe zunehmend vernarbt. Obwohl bereits einige Faktoren identifiziert wurden, die IPF möglicherweise auslösen oder verschlimmern, zum Beispiel Rauchen oder verschiedenste Umwelteinflüsse wie Luftschadstoffe, Holz- und Metallstäube, bleiben die genauen Ursachen der IPF unklar.

Auch Infektionen mit Viren stehen im Verdacht, die idiopathische Lungenfibrose zu begünstigen. In einer Übersichtsarbeit untersuchten Forschende nun den möglichen Zusammenhang zwischen Virusinfektionen und der Entwicklung und Verschlimmerung von IPF genauer. Sie werteten dafür die Ergebnisse von 20 Studien aus zehn verschiedenen Ländern aus. Insgesamt umfassten diese die Daten von fast 1.300 Teilnehmenden und betrachteten 19 verschiedene Viren.

Virale Infektion könnten potenzieller Risikofaktor für IPF sein

Die Analyse der gesamten Daten ergab, dass Virusinfektionen das Risiko für IPF um mehr als das Dreifache erhöhten. Auf das Risiko für eine akute Verschlechterung der Krankheit (Exazerbation) hatten die Infektionen keinen Einfluss.

Auch der Blick auf die einzelnen Virentypen ergab, dass jedes analysierte Virus für sich das IPF-Risiko erhöhte. Einzige Ausnahme bildete das humane Herpesvirus 6 (HHV6). Viren, die das IPF Risiko erhöhten waren unter anderem:

  • Epstein-Barr-Virus (EBV)
  • Cytomegalovirus (CMV)
  • humanes Herpesvirus 7 (HHV7) und
  • humanes Herpesvirus 8 (HHV8)

Zusammenfassend lasse sich sagen, dass anhaltende Virusinfektionen mit einem Anstieg des IPF-Risikos verbunden sind, schlussfolgern die Forschenden. Ihre Studie unterstützt ihrer Ansicht nach die Hypothese, dass Infektionen mit Viren eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von idiopathischer Lungenfibrose spielen könnten.

Quelle:

Sheng, G. et al.: Viral Infection Increases the Risk of Idiopathic Pulmonary Fibrosis: A Meta-analysis. In: Chest, online publiziert am 12. November 2019


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