Raucherentwöhnung

Hilft Diabetesmedikament beim Rauchstopp?

25. Nov 2019

Pioglitazon, ein Medikament, das normalerweise zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt wird, könnte möglicherweise beim Nikotinentzug helfen. Dies legen Studien am Tiermodell nahe. Der Wirkstoff scheint vor allem im Suchtzentrum zu wirken und mildert in Folge die Entzugserscheinungen ab.

Frau zerbricht Zigarette.

© Piotr Marcinski - Fotolia.com

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Pioglitazon auf einen bestimmten Rezeptor für Nikotinsucht im Gehirn wirkt, den sogenannten Peroxisome Proliferator-Activated Rezeptor (PPARγ). In der aktuellen Studie testeten die Forschenden jetzt, ob das Diabetesmedikament Einfluss auf den Verlauf des Nikotinentzugs bei Ratten und Mäusen hat.

Es zeigte sich, dass die Tiere, die das Diabetesmedikament erhielten auch während des Entzugs keinerlei typische Anzeichen wie Zittern oder Unruhe aufwiesen. Mittels Untersuchungen des Gehirns stellten die Forschenden fest, dass Pioglitazon vor allem das Sucht- und Angstzentrum im Gehirn beeinflusst: Durch den Arzneistoff werden die Gehirnzellen dazu angeregt, die Botenstoffe Dopamin und Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verstärkt auszuschütten. Bei einem Entzug ohne Pioglitazon kommt es zu einem Mangel dieser Botenstoffe und damit zu den typischen Entzugserscheinungen.

Bevor das Medikament aber tatsächlich für den Rauchstopp eingesetzt werden kann, müssen weitere Studien zunächst zeigen, ob die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragbar sind und ob es Nebenwirkungen gibt. Falls die Studien positiv verlaufen, könnte eine Zulassung nach Aussage der Studienautoren aber relativ schnell erfolgen, da Pioglitazon bereits als Diabetesmedikament auf dem Markt ist.

Rauchen: Was macht süchtig?

Vor allem das im Tabak enthaltene Nikotin macht beim Rauchen süchtig. Es aktiviert im Gehirn das Belohnungszentrum und gilt als eine der stärksten suchterzeugenden Substanzen überhaupt. Beim Versuch, das Rauchen aufzuhören, kann der Nikotinmangel Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörungen, Depressionen oder vermehrten Appetit auslösen.

Lesen Sie mehr dazu in unserem Kapitel „Tabakentwöhnung“.

Quellen:

Domi, E. et al: Activation of PPARγ attenuates the expression of physical an affective nicotine withdrawal symptoms through mechanisms involving amygdala and hippocampus neurotransmission. In: The Journal of Neuroscience, 2019 DOI: 

Diabetesinformationsdienst München: Diabetesmedikament zur Rauchentwöhnung? Meldung vom 12. November 2019


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